Bist du für eine Selbstständigkeit geeignet?

Viele Menschen, die mich und meine Arbeit verfolgen liebäugeln mit einer Selbstständigkeit – oder sind bereits ins eigene Business gestartet. Sein eigener Chef sein, freie Zeiteinteilung, sein eigenes „Ding“ machen, vielleicht sogar ortsunabhängig arbeiten – Solopreneur zu sein hat viele unschlagbare Vorteile.

Doch so verlockend diese Aussichten auch sind – Unternehmer zu sein ist kein Pappenstiel. Jedenfalls, wenn man nicht mit dem „Unternehmer-Gen“ geboren wird, wie ich es nenne (heißt so viel wie: in eine Unternehmer-Familie hineingeboren). Eine Selbstständigkeit aufzubauen bringt vielseitige Anforderungen und nicht wenige Herausforderungen mit sich.

Gleichzeitig fällt mir vor allem in letzter Zeit jedoch auf, dass viele Menschen aus völlig falschen Gründen daran zweifeln für eine Selbstständigkeit geeignet zu sein. Sie tragen eine Menge an Fehlinformationen und -annahmen darüber mit sich herum, was nötig ist und wie man ticken sollte, wenn man ein Business aufbauen möchte.

Um dir eine realistische Vorstellung davon zu geben, welche Fähigkeiten und Kompetenzen du mitbringen musst, um erfolgreich selbstständig zu sein – und welche nicht – fasse ich im Folgenden die wichtigsten Punkte für dich zusammen.

Lass uns mit den Missverständnissen beginnen.

Die folgenden Dinge sind kein Hinderungsgrund eine Selbsttsändigkeit zu beginnen:

1. Ich habe keine Lust auf Akquise.

Ich auch nicht. In meiner Zeit als Key Account Managerin musste ich sog. „Cold Calls“ machen. Kaltakquise. Wildfremde Menschen anrufen und sie fragen, ob sie nicht zufällig unseren Service brauchen. Brrr. Not my way of business.

Es geht auch anders. Du musst weder fremde Menschen anquatschen noch irgendjemandem deine Angebote aufdrängen. Diese Zeiten sind vorbei. Heutzutage gibt es Gott sei Dank viel bequemere, erfolgreichere und individueller Möglichkeiten, um Kunden zu gewinnen.

Ich bin das beste Beispiel dafür: ich hasse Networking Veranstaltungen (zumindest die, wo jeder eigentlich nur verkaufen will – und davon gibt es viiiiiele!), die Rampensau in mir kommt höchsten alle heiligen Jahre mal zum Vorschein und ich habe kein riesiges Marketing-Budget, um jemanden dafür zu bezahlten, es für mich zu tun. Trotzdem finden die Kunden zu mir und zwar seit Jahren stetig steigend mehr, so dass mein Umsatz ganz organisch wächst und es sich inzwischen ohne große Anstrengung (dafür mit viel Freizeit 😉) im sechsstelligen Bereich bequem gemacht hat.

Der Schlüssel dafür ist Klarheit. Absolute Klarheit über deine Zielperson, deine Angebote und deine Marke. Dann dreht sich der Spieß um: statt Akquise zu betreiben wirst du zum Magneten für deine idealen Kunden. Und das macht’s für beide Seiten angenehmer.

2. Ich habe keine Ahnung von Buchhaltung, Steuern und Finanzen.

Faule Ausrede 😉. Im Ernst: gerade als Einzelunternehmer musst du zu Beginn keine großen bürokratischen Hindernisse überwinden und auch kein Mathe-Genie sein. Hier lassen sich viel zu viele Menschen (v.a. Frauen!) von einem Schreckgespenst verunsichern, das gar nicht existiert. Ein bis zwei Beratungsstunden beim Steuerberater und du bist startklar – ohne Jura- oder BWL-Studium.

Je größer dein Business wird, umso mehr nehmen natürlich auch die bürokratischen Feinheiten zu, die es zu beachten gilt: (grenzübergreifende) Umsatzsteuerrichtlinien wollen korrekt gehandhabt werden, Mitarbeiter angestellt, angemeldet und abgerechnet werden oder Versicherungs- und Haftungsfragen geklärt werden. All das fällt natürlich in deinen Aufgabenbereich als UnternehmerIn. Aber: du musst nicht Experte in diesen Bereichen sein, dafür gibt es schließlich Profis.

Und: diese Dinge kommen ja nicht alle auf einmal. Schritt für Schritt weitest du deine Komfortzone aus, suchst dir einen Steuerberater, jemanden für die Lohnbuchhaltung und gegebenenfalls einen Anwalt. Und natürlich jemanden für die Buchhaltung, wenn du selbst keine Lust darauf hast. Eine gute (virtuelle) Assistentin kann dir hier das allermeiste abnehmen.

3. Ich bin zu unstrukturiert und chaotisch.

Gerade kreative Menschen befürchten, nicht für’s Unternehmertum geeignet zu sein, weil sie nicht gerne Pläne und Strukturen erstellen (geschweige denn, sich daran halten). In gewisser Weise ist da natürlich was dran, denn die Termine mit deinen Kunden wollen eingehalten werden ebenso wie Fristen beim Finanzamt oder Absprachen mit Mitarbeitern und Kooperationspartnern.

Aber: ein cleverer Unternehmer sucht sich Mitarbeiter/Freelancer für genau die Bereiche, in denen er selbst nicht in seiner Genie-Zone ist. Wenn du es liebst, kreativ-chaotisch zu arbeiten, engagierst du eben eine Assistentin, die deine Termine für dich managt und sich um die Einhaltung von Fristen und Regeln kümmert.

Im Zusammenhang mit diesem Thema tut es auch not, sich von einer öftmals völlig indoktrinierten Ansicht zu befreien: nämlich der Annahme, man müsse stets eines nach dem anderen erledigen und es wäre schlecht, wenn man verschiedene Dinge gleichzeitig tut. Ja, ich weiß, das haben wir alle gelernt und auch heute noch ist es das Credo aller Zeit- und Selbstmanagement-Gurus. Ich sage: das ist nur die halbe Wahrheit. Für einige Menschen mag das wunderbar funktionieren. Für andere, einschließlich mich selbst, nicht.

Ich tue ständig tausend Dinge gleichzeitig: während ich diesen Artikel schreibe, checke ich Emails, beantworte Freundschaftsanfragen auf Facebook, beobachte die Menschen um mich herum hier im Café und sammle Ideen für meinen nächsten Online-Workshop. Ist das lehrbuchmäßig? Ganz sicher nicht. Funktioniert es? Für mich ja. Es gibt mir Freiheit, es entspannt und inspiriert mich. Ich bin doch nicht selbstständig, um mich wieder in irgendwelche starren Strukturen und Konzepte zu zwängen…

Also lautet meine Frage an dich: Wieviel mehr bist du du selbst und in deiner Energie, wenn zu zig Projekte gleichzeitig auf dem Tisch hast anstatt dich dazu zu zwingen, eines nach dem anderen zu erledigen?

4. Ich weiß nicht, wie es geht.

Wenn du Auto fahren willst, nimmst du Fahrunterricht. Wenn du Spanisch sprechen möchtest, besuchst du einen Sprachkurs. Wenn du Fallschirm springen willst, lässt du dich im Tandem von einem Fluglehrer mitnehmen.

Was um alles in der Welt lässt dich annehmen, du müsstest wissen, wie Business geht, ohne es jemals gelernt zu haben?

Ein Unternehmen zu führen (und ja, das bedeutet es, wenn du dich selbstständig machst!) ist eine Kunst, die gelernt werden möchte. Das kannst du entweder anhand von Büchern, Blogs und Webinaren tun oder dich von einem erfahrenen Mentor an die Hand nehmen lassen. In jedem Fall ist es ein Prozess, der nie aufhört, aber mit einem ersten Schritt beginnt.
Du musst nicht wissen, wie es geht, um es zu tun. Du musst nur bereit sein, es zu lernen.

 

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Und damit wären wir schon bei den Eigenschaften, die es zwingend braucht, wenn du eine erfüllende und erfolgreiche Selbstständigkeit aufbauen möchtest:

A) Du musst bereit sein zu lernen. Viel zu lernen.

Das klingt vor allem nach dem letzten Absatz fast ein bisschen doof. Aber die Lernbreitschaft ist nicht so selbstverständlich, wie es erscheint. Viele Menschen denken, sie müssten es alleine schaffen oder haben einen lautstarken inneren Kritiker, der es kaum ertragen kann, wenn sie etwas nicht wissen oder können.
Wenn du ein Business aufbauen möchtest, musst du jeglichen Stolz und Eitelkeiten ad acta legen. Beides sind völlig kontraproduktive Charakterzüge, wenn es um Existenzgründung geht. Stattdessen musst du dir von vorneherein klar machen, dass Unternehmertum gleich immerwährendes Lernen ist. Also stell dich besser schon mal drauf ein, dass du in der nächsten Zeit viel mehr Fragezeichen als Antworten mit dir herumtragen wirst.

Du brauchst eine gewisse Offenheit und Neugierde für neue Themengebiete und unbekanntes Terrain. Wenn du Routine und gleiche Tätigkeiten sehr gerne hast, dann ist das Unternehmertum vermutlich eher nicht so deins.

B) Du musst gewillt sein, persönlich zu wachsen.

Du wirst vor allem zu Beginn deiner Selbstständigkeit, aber auch später noch, immer wieder mit deinen persönlichen Ängsten, Zweifeln und Unsicherheiten konfrontiert werden. Das ist völlig normal. Ich sage immer: Selbstständigkeit ist ein riesen Turbo für die Persönlichkeitsentwicklung.

Bist du bereit, ihn zu zünden?

Je leichter es dir fällt, dich (ggf. mit Unterstützung) deinen Begrenzungen zu stellen und dich drum zu kümmern, dass sie dich nicht länger ausbremsen, umso schneller wirst du mit deinem Business Erfolg haben. Aber noch viel wichtiger: umso mehr wirst du als Person reifen und in deine Kraft kommen. Unternehmertum fordert innere Stärke, Selbst-Bewusstsein, Mut und Vertrauen in die eigene Intuition.

Wenn du jetzt denkst: „Oh mein Gott, das sind genau die Qualitäten, die mir so sehr fehlen!“ – keine Bange 😉. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und du hast alle Zeit der Welt, diese Seiten an dir zum Vorschein zu bringen.

C) Du musst bereit sein, Bewertungen zu empfangen.

Das ist für viele Menschen fast der schwierigste Punkt – auch für mich. Dabei geht es bei weitem nicht nur um Newsletter-Abmeldungen oder blöde Kommentare auf Facebook. Viel herausfordernder ist die Auseinandersetzung mit Skepsis oder Kritik im persönlichen Umfeld. Was, wenn Freunde oder Familie deine Geschäftsidee doof finden oder daran zweifeln, dass das mit der Selbstständigkeit was wird?

Und dann wäre da noch die andere Seite der Medaille: Lob und Wertschätzung. Ich persönlich war zu Beginn kaum in der Lage, positives Feedback anzunehmen. Viel zu groß waren meine Selbstzweifel. Auch das Empfangen von Anerkennung und Dank will geübt werden. Letztendlich ist das absolut essentiell für dein Business: du kannst dein Angebot nur offenherzig anbieten, wenn dir bewusst ist, was es wert ist.

D) Du musst bereit sein, zu scheitern.

Starker Tobak. Für so viele meiner Kunden ist der Schritt in die Selbstständigkeit die Kehrtwendung nach langem Suchen, Zögern und zum Teil Leiden. Und dann soll alles umsonst gewesen sein? Mitnichten. Aber du wirst dir um Welten leichter tun, wenn du nicht das Gefühl hast, auf Gedeih und Verderb vom Erfolg deines Business abhängig zu sein.

Was mir persönlich sehr geholfen hat, war die Erkenntnis, dass mein Business eine meiner Kreationen ist. Und wenn ich dieses Business in die Welt bringen konnte, kann ich auch ein anderes kreieren. Und überhaupt etwas völlig Neues. Das entspannt mich sehr. Ich weiß, dass ich immer am Kreieren bin. Sollte ich das Möglichkeiten Business in dieser Form irgendwann einstampfen, wird etwas anderes kommen.

Beschränke dich nicht, indem du dir vorgaukelst, dass es jetzt doch endlich funktionieren muss. Gar nichts muss. Betrachte dieses Leben als gigantisches Spielfeld. Es geht ums Ausprobieren und Lernen, nicht ums Gewinnen.

Wenn du dir diese Liste so anschaust, wirst du vermutlich (hoffentlich) feststellen, dass die Voraussetzungen für eine Selbstständigkeit gar nicht so schlecht stehen. Mit der richtigen Einstellung kannst du alles erreichen. Du kannst alles lernen oder abgeben, worauf es Seankommt. So einfach.

Bist du jetzt bereit, das Business-Spielfeld zu betreten und dich nach Lust und Laune auszutoben?

Ich wünsche dir viel Freude dabei!
Herzlichst,

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3 comments

  • Daniel

    Liebe Carolin,
    vielen Dank für diesen Blogartikel. Ich finde Deine Art zu schreiben sehr anregend. Ich habe ihn mit Leichtigkeit gelesen und erst danach gemerkt, wie viel Power zwischen den Zeilen steckt. Es ist einfach die unverblümte Wahrheit.
    Mach weiter so. Ich bin schon gespannt, wenn ich wieder von Dir lesen darf.

    Liebe Grüße
    Daniel

  • Miriam

    Liebe Carolin,
    vielen Dank für Deine plausiblen und bodenständigen Erläuterungen und Deine beflügelnden und inspirierenden Worte! Dieser Artikel macht Lust auf MEHR – viel viel Mehr!
    Keep creating und danke für Deine Kreationen!
    Herzensgrüße aus Berlin,
    Miriam

  • Liebe Carolin,
    vielen Dank für deinen Blog, der es auf den Punkt bringt. Ich hatte ein Business und strukturiere es um… Bin ich nun gescheitert? Mit nichten!
    Doch das braucht ein inneres Standing, ein bei sich selbst Sein!
    um dem inneren Kritiker oder auch Meinung von aussen gelassen begegnen zu können.
    Was ich an deinen Blogs liebe, ist das Du beide Seiten beleuchtest:
    – mögliche Zweifel und eigene Limitierungen
    – und die Möglichkeiten! die da drin und dahinter stecken
    Ich freue mich schon jetzt auf deinen nächsten Blog.
    Dessen Inhalt mir zeigt, ich bin nicht allein (ähnliche Gedanken) – es geht anderen genauso und es gibt eine Möglichkeit dahinter, an die ich evtl noch nicht gedacht habe 😉
    Claudia