Darf ich mir das erlauben?

von Daniel aus dem Möglichkeiten-Team
Es ist Montagnachmittag. Ich sitze in einem Café in der Innenstadt von Tettnang. Vor mir auf dem Tisch steht ein heißer Kaffee und ein frisch gebackenes Johannisbeertörtchen. Auf der Straße vor mir fährt kein Auto, da ein Stück weiter eine Baustelle die Straße blockiert. Die Sonne scheint und ich sitze hier mit kurzer Hose. Da schießt mir ein Gedanke durch den Kopf: „Darf ich mir das erlauben?“ So viel Genuss und Leben an einem Tag, an dem man viel mehr machen könnte; wie zum Beispiel das eigene Business weiterbringen, Buchhaltung machen, den Onlinekurs voranbringen, Wäsche waschen, Mails beantworten, …
Beim so darüber nachdenken, kommt mir die nächste Frage: „Ist es denn das, was ich machen will?“ Oder: „Wie will ich diesen schönen Tag erleben?“ Auf diese Frage finde ich sofort eine Antwort: Ich will ihn so erleben, wie ich diesen Tag gerade erlebe. In seinen vollen Zügen mit der Fahrradtour am Mittag und nun den Kaffee und Kuchen in diesem netten Café. Kurz erwische ich mich bei dem Gedanken, dass dies hier eine Art Belohnung sein könnte. Aber mir kommt kein Grund, für den ich mich belohnen könnte. Und: Ich brauche auch keinen Grund, um mich zu belohnen. Ich lebe einfach nur und genieße es.

Denn manchmal gibt es keinen besseren Zeitpunkt etwas zu tun, worauf man richtig Lust hat, als JETZT. Jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt, um einen langjährigen Freund anzurufen, in ein Café zu sitzen oder diesen Blogartikel zu schreiben. Genau jetzt ist die beste Zeit, egal was mein Kopf, die Arbeitskollegin oder mein Nachbar sagt. Sie können zwar etwas dazu sagen, jedoch werde ich dies nicht beachten. Ich könnte jetzt mit Phrasen kommen, wie: „Wenn nicht heute, wann dann?“ oder „Man lebt nur einmal!“ Aber das wäre alles zu viel. Ich finde, dass das Bedürfnis reicht, um sich etwas zu gönnen.
Es tut so gut, nicht immer hinter meinen „To-Do`s“ herzurennen und einfach mal zu machen, zu was ich Lust habe. Ich finde, dass ich viel zu oft diese Bedürfnisse wegdrücke, um alles erledigen zu können. Doch seitdem ich viel mehr auf mich und meine Bedürfnisse höre, hat sich mein Leben grundlegend gewandelt. Ich fühle mich einfach nicht mehr getrieben und gehetzt. Ich nehme wahr, was ich benötige und was mir gut tut. Diesen Zustand kann ich nur empfehlen. Und es ist so einfach in diesen Zustand zu kommen. Wenn Du willst, probiere es aus.

Los geht es, indem Du Dir Gedanken über Deine Gedanken machst.

Das klingt etwas komisch, aber wenn ich einen Gedanken habe, beleuchte ich diesen Gedanken aus mehreren Perspektiven. Es ist, wie wenn ich diesen Gedanken hinterfrage mit: „Wie ist das jetzt gemeint?“ oder „Was verstehe ich darunter?“ Durch die Nachfrage beleuchte ich den Auslöser dieses Gedankens und komme meist auf einen Wunsch oder ein Bedürfnis. Ich stoße auf mein Bedürfnis oder Wunsch.
In meiner Situation und der Frage „Darf ich mir das erlauben?“, stoße ich auf meine gedankliche Einschränkung, dass in meiner Vorstellung jeder normale Mensch am Montagnachmittag seiner Arbeit nachgehen muss. Dahinter ist in meinem Kopf die Vorstellung, dass die Woche zum Arbeiten da ist. Das Wochenende ist Freizeit. Wenn ich nun „faul“ in einem Café sitze, bekomme ich nicht genug Geld und werde in der Gesellschaft nicht anerkannt sein. Das sind meist die Gedanken, wenn ich sie zu Ende spinne oder aus einer anderen Blickrichtung auf sie sehe. Nun habe ich aber die Wahl und entscheide mich für mein Bedürfnis, hier und jetzt zu sitzen. Das entspannt mich ungemein.

Nun wünsche ich Dir viel Spaß und Erfolg beim Ausprobieren.

 

Zu tun was Du willst
ist Freiheit –
zu mögen was Du tust
ist Glück.


3 comments

  • O la la! Welch schöner Artikel! Danke für diese Gedanken und Impulse. Bitte mehr davon!

  • Absolut genialer Artikel! Achtsamkeit ist gerade für Selbstständige ein wichtiger Punkt. Wie soll man anderen helfen, wenn man selbst nicht für sich und seine Bedürfnisse einsteht? So kann man gar nicht wachsen und macht sich selbst eine Box!

    Für mich hat Erfolg nichts mit Geld zu tun. Für mich ist Erfolg sich voll und ganz auszuleben, zu jeder Zeit sich selbst zu sein und Dinge tun kann, die man Liebt, das Leben voll und ganz auszukosten und einfach zu leben.
    Ich liebe es, am Sonntag Morgen zu arbeiten, wenn noch alle anderen schlafen. Diese Ruhe ist einfach magisch! Warum nicht? Ich glaube, dass es ein Wandel gibt und auch die Gesellschaft uns nacheifern werden 😉

    • Carolin

      Das hast du toll formuliert, liebe Stefanie! Mir geht es sehr ähnlich mit der Definition von Erfolg.
      Auf dass es bald noch viel, viel mehr “erfolgreiche” Menschen von unserer Sorte gibt!

      Ganz liebe Grüße & keep going!
      Carolin