Das musst du wissen, bevor du dich selbstständig machst

Bei einer Umfrage unter den Lesern und Leserinnen der MöglichkeitenMail vor einigen Monaten gaben über 50 Prozent der Teilnehmer an, gerade dabei zu sein, eine Selbstständigkeit aufzubauen.
Und für die meisten von ihnen ist dieser Prozess mit viel Unsicherheit sowie Ängsten und Zweifeln verbunden.
Das ist wenig verwunderlich, denn die meisten Menschen wissen nicht, was sie erwartet, wenn sie ein Business aufbauen oder haben falsche Vorstellungen und Erwartungen.

Damit du nicht länger im Dunklen tappst oder von falschen Hoffnungen in bittere Enttäuschungen geführt wirst, gebe ich dir hier eine Portion Erfahrung garniert mit einer Prise Klarheit mit.

Über folgende Punkte musst du dir vor einer Existenzgründung bewusst werden:

1. Du wirst Skepsis und Zweifel für deine Ideen ernten.

Wenn du zu meinen LeserInnen gehörst und den Wunsch in dir trägst, dich mit einem eigenen Business selbstständig zu machen, geht es dir sicherlich in erster Linie darum, endlich „dein Ding“ zu machen. Das heißt, dich mit deiner Einzigartigkeit zu zeigen und mit deinen ureigenen Ideen, Fähigkeiten und Talenten ein Beitrag für andere zu sein.

Das bedeutet aber auch, dass du den Mainstream verlässt. Und mit ihm die Durchschnitts-Bilderbuch-Karriere und die damit verbundene vermeintliche Sicherheit.
Das wird nicht jedem in deinem Umfeld gefallen. Entweder, weil deine Liebsten Angst um dich haben oder, weil du ihnen ihre eigenen Träume und Sehnsüchte unter die Nase reibst – was wiederum die wenigsten wahrhaben wollen.

Mach dich also darauf gefasst, dass du Reaktionen wie diese ernten wirst:
„Waaaas, du willst dich selbstständig machen?! Bist du wahnsinnig geworden?“
„Du willst kündigen? Aber das kannst du doch nicht einfach so machen!?“
„Wie bitte? Du willst Coach/Heilpraktiker/Künstler/XY werden? Davon gibt’s doch schon soooo viele, da braucht dich doch niemand mehr…“
„Glaubst du wirklich, dass du das besser kannst als andere? Hast du überhaupt eine vernünftige Ausbildung dafür?“
„Und was ist mit deiner Rente?!?“

An dieser Stelle ist es absolut essentiell, dass du dir klar machst, dass all diese Äußerungen (und ähnliche) Ausdruck des Seelenlebens deines Gegenübers sind! Sie zeigen dir einfach auf, in welcher Realität diese Person lebt. Welches Weltbild sie für wahr hält. Welche Werte für sie Priorität haben (Sicherheit, Sicherheit, Sicherheit).
All diese Ansichten, Überzeugungen, Ängste und Zweifel haben erstmal überhaupt nichts mit dir zu tun. Du bist lediglich der Auslöser, der sie ans Tageslicht bringt.

Wenn dir das bewusst ist, kannst du alle Reaktionen im Außen mit einer gewissen Distanz betrachten. Benutze dazu gerne mein Lieblingstool.
Wichtig ist, dass du nicht darauf anspringst und beginnst, dich zu rechtfertigen oder zu erklären. Bleibe bei dir und baue eine Blase der Erlaubnis um die andere Person auf (stell sie dir in einem Überraschungsei gefüllt mit Erlaubnis vor ;-)): sie darf reagieren wie sie möchte. Es ist jedoch nicht dein Job, dich darum zu kümmern. Du beobachtest einfach nur.

2. Du wirst sehr viel arbeiten, aber…

… wenn du auf der richtigen Spur bist, wird es dir nicht wie harte Arbeit vorkommen. Es gibt Menschen da draußen, die dir weiß machen wollen, du könntest quasi mit einem Fingerschnipp über Nacht konstant 5-stellige Monatsumsätze schreiben. Das ist genauso Bullshit wie die Floskel “selbst und ständig”.
Ein Business aufzubauen mit allem, was dazu gehört, ist viel Arbeit. Bei mir selbst sind 10- oder 12-Stunden Tage keine Seltenheit (ich sorge natürlich für entsprechend Freizeitausgleich ;-)). Allerdings beschäftigst du dich hoffentlich zum Großteil mit Dingen und Themen, die du liebst (du machst ja „dein Ding“! ;-)). Daher sollte es die allermeiste Zeit wirklich Spaß machen. Erinnere dich immer wieder daran, warum du dich selbstständig machen willst. Wo ist dein Freude? Wofür brennst du? Halte das in deinem Fokus und nicht das Schwere, Anstrengende.

3. Du wirst viele Fehler machen und Dinge werden nicht funktionieren.

Als ich angefangen habe, mich als Coach selbstständig zu machen, hatte ich einen meiner hellen Momente: mir war klar, dass ich mich auf völlig unbekanntes Terrain begebe und, dass die Wahrscheinlichkeit, dabei Fehler zu machen sehr groß ist. Also habe ich mir selbst einen Freibrief ausgestellt. Ich habe mir von vorneherein zugestanden, Fehler zu machen und zu üben. Das hat mir sehr viel Druck genommen.

Wenn du zur Perfetti- und Kontroletti-Fraktion gehörst, wirf all die überzogenen Erwartungen an dich selbst lieber gleich über Board. Sie werden dich nur aufhalten und sehr viele Nerven kosten. Denn früher oder später wirst du eh unperfekt starten – oder gar nicht.

4. Du wirst Unterstützung brauchen.

Ja, ich weiß, so langsam magst du nicht mehr weiterlesen. Aber hey, du hast mich schon mal von der radikalen Ehrlichkeit reden gehört, gell?! 😉
Fakt ist: Du bist Anfänger. Du bist (hoffentlich) Experte auf einem Gebiet, aber vermutlich nicht beim Thema Business Aufbau.
Also brauchst du jemanden, der dir Business beibringt. Genauso, wie du Schreiben oder Autofahren von einem Lehrer lernst. Klar, du würdest es vielleicht früher oder später auch durch Trial & Error auf die harte Tour selbst herausfinden. Aber ganz ehrlich, willst du das wirklich?

Als Business-Neuling gibt es viele Themengebiete, in die du dich einarbeiten musst: Webseite und Online-Auftritt, Marketing, Angebote und Preise, Technik, Buchhaltung, Steuern und Recht und einiges mehr. Manches davon liegt dir und du hast Spaß daran, zu lernen. Andere Dinge treiben dir die Sorgenfalten auf die Stirn oder die Zornesröte ins Gesicht. Hilft aber nichts: willst du erfolgreich selbstständig sein, musst du von all diesen Themen eine grundlegende Ahnung haben. Und die bekommst du von Profis.
Frage dich: Wer könnte mir hier eine Unterstützung sein?
Gibt es in deiner Familie oder deinem Freundeskreis Menschen, die Spezialisten auf den einzelnen Fachgebieten sind?

Dass ich ein großer Fan persönlicher Mentoren bin, weißt du vermutlich schon. Ich gebe pro Jahr viele Tausend Euro für diese Art der Begleitung aus – im Business und auch privat. Das ist eines meiner großen Erfolgsrezepte – ich bin kein Übermensch. Ich habe nur gelernt, mir richtig gute Leute zu suchen, von denen ich lernen kann. So geht alles leichter, schneller und mit viel mehr Freude :-).

5. Du wirst viel mehr Freiheiten haben, wenn…

… du sie dir nimmst. Klingt logisch, ist aber für die meisten Existenzgründer eine mega Herausforderung. Darf ich wirklich so wenig arbeiten? Darf ich wirklich frei machen, wenn alle anderen brav im Büro sitzen? Darf ich wirklich selbst entscheiden, wann und wie ich arbeite?
Wenn du aus einem Angestelltenverhältnis kommst, wird es eine deiner größten und schönsten Aufgaben sein, herauszufinden, was wirklich dein Arbeitsstil ist und dir gut tut. Und dann geht es darum, das auch konsequent umzusetzen ;-). Wieviel Freiheit erlaubst du dir in deinem Business?

6. Du wirst viel mehr erreichen als du dir jetzt vorstellen kannst.

„Die meisten Menschen überschätzen, was sie in einem Jahr schaffen können und unterschätzen, was sie in einem Jahrzehnt schaffen können.“. In diesem Zitat von Tony Robbins steckt viel Wahres. Du hast jetzt noch keine Ahnung, was alles für dich möglich ist. Du kommst erst im Lauf der Zeit auf den Geschmack und lernst nach mehr zu fragen. Freu‘ dich schon mal drauf! 😉

Als ich damals angefangen habe (vor langer, langer Zeit…) war ich völlig verzweifelt, weil ich mir nicht vorstellen konnte, wie ich mit meiner Arbeit und meinem starken Freiheitsdrang jemals finanziell auf einen grünen Zweig kommen sollte. Hätte mir damals jemand gesagt, ich würde wenige Jahre später 6-stellige Umsätze fahren, ich hätte ihn für verrückt gehalten.
Es ist viel mehr möglich als du denkst.

7. Du wirst Stärken an dir entdecken, von denen du keinen blassen Schimmer hattest.

Ein eigenes Business aufzubauen ist einer der größten Turbos für dein persönliches Wachstum, den du überhaupt zünden kannst. Ja, das ist manchmal verdammt unbequem und herausfordernd. Aber das Tolle daran ist, das du quasi permanent über dich hinauswächst. Tag für Tag entwickelst du neue Kompetenzen und Fähigkeiten und entdeckst Seiten an dir, die bislang im Verborgenen lagen. Ist das nicht prima?! 😉

Wenn du ganz am Anfang stehst, hast du vermutlich nur eine vage Ahnung davon, wie du ein Beitrag für andere sein kannst. Aber diese Ahnung kommt nicht von ungefähr: da gibt es etwas, was durch dich in die Welt gebracht werden will und das drängt mit Nachdruck nach außen. Du wirst erst im Lauf der Zeit mehr und mehr deinen Wert für andere erkennen und der Rohdiamant wird durch jedes Jahr im Business feiner geschliffen.

8. Du wirst an deine Grenzen kommen – und darüber hinaus. Immer wieder.

Dazu gibt es nicht viel mehr zu sagen außer: Enjoy the ride!

Mein Anliegen mit diesem Artikel ist es, dir einen möglichst realistischen Vorgeschmack darauf zu geben, was dich erwartet. Hätte mir jemand diese Dinge zu Beginn mit auf den Weg gegeben, ich hätte mir sehr viele Zweifel und Selbstzweifel erspart und mit vielem ganz anders umgehen können.
Einer meiner wichtigsten Tipps für dich zum Abschluss: Halte dir immer wieder vor Augen, dass du zu einem Marathon antrittst. Nicht zu einem Sprint. Verausgabe dich nicht auf den ersten Metern. Lass ruhig einige übereifrige in ihrem Aktionismus davon ziehen – du wirst mit Ausdauer und Gelassenheit das Feld von hintern aufrollen und viel mehr Spaß an der Reise haben 😉

Rechne damit, dass du zwei bis drei Jahre brauchst, ehe du wirklich in deinem Business angekommen bist – deine Kunden brauchen genauso lange. Gib dir diese Zeit, tu dein Bestes, hol’ dir Unterstützung und genieß den Duft des Neuanfangs.

Ich freu’ mich für dich, wenn du durchstartest! Dein eigenes Business zum Blühen zu bringen ist Erfüllung pur. Let’s go!

 

Herzlichst,

 

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6 comments

  • Fantastischer Artikel, liebe Carolin, und super Tipps! Da bin ich mal gespannt 😆😆😆 hab am 01.08. den Sprung in mein selbstständig SEIN gewagt !

  • Liebe Carolin,

    ja, da hast du einiges zusammengetragen. Kann ich alles unterschreiben!!! Und es tut mir immer wieder gut, es zu lesen und mir damit die Erlaubnis zu geben, meinen Weg zu gehen – auch wenn er eben nicht so gradlinig ist!

    Liebe Grüße Nicole

    • Carolin

      … und du gehst ihn so wunderbar. Keep going. Du weißt ja, die neuen Wege, sie entstehen im Gehen… 😉

  • Liebe Carolin,
    ich darf immer wieder feststellen das ich nicht immer in der Erlaubnis bin zu meinem Business. bin schon 17 Jahren selbständig und mache immer noch Fehler . Es wird Zeit meine Einstellung zu meinem Business zu verändern.
    Großartig wie Du es machst. Danke

    Liebe Grüße Marga

    • Carolin

      Ja, wieviel mehr Dankbarkeit & Wertschätzung kannst du für dich und deinen Weg haben? 😉
      Alles Liebe dir!