Ich bin ein Freak. Und du solltest auch einer sein!

freak
Vieles von dem, was ich tue und wie ich mein Leben gestalte ist in den Augen manch anderer Menschen ziemlich schräg.

So sieht mein Anderssein aus:

In meiner Freizeit krabble ich am liebsten Felswände hoch, schürfe mir dabei die Finger auf und schlage mir die Knie blau (was eher an meiner ausbaufähigen Technik als am Sport an sich liegt ;-)). Und all das nur, um nach vollbrachtem Werk wieder runter zu kommen und da zu stehen, wo ich gestartet bin.
Über die Jahre hinweg habe ich meine Ernährung zuerst auf gluten- und milchfrei, dann auf vegan und zuletzt auf Rohkost umgestellt – mit etlichen weiteren Experimenten zwischendurch. So verzichte ich also freiwillig auf Weihnachtsplätzchen, Schweinebraten (hey, ich komme aus Franken ;-)) und auch auf die Pizza beim Italiener ums Eck.
Diverse Umzüge (neun in den letzten 15 Jahren) inklusive beruflicher und privater Neuanfänge zieren meinen Lebensweg und haben mir schon mehrfach den Titel “Nomadin” eingebracht. Aktuell kreiere ich gerade Möglichkeiten, um mehrere Wohnsitze sowie Workations in Kombination mit Klettern zu realisieren.
Ach ja, und ein virtuelles Business habe ich auch noch und verdiene meine Smoothies damit, anderen Frauen zu einem erfüllten und selbstbestimmten Leben zu verhelfen. Und das bei freier Zeiteinteilung und Ortswahl. Steht so auch nicht im Berufskatalog der Arbeitsvermittler.

An dieser Stelle könnte ich diese Liste noch um so einige weitere Faibels fortsetzen.

Aber warum schreibe ich dir all das?

Weil ich für den ein oder anderen dieser Punkte (oder alle zusammen) immer wieder Unverständnis, Skepsis und Stirnrunzeln ernte. Und es nicht immer leicht ist, den eigenen Weg zu gehen, wenn er vermeintlich so anders ist. Es könnte sein, dass es dir ähnlich ergeht und du dankbar für ein bißchen Ermutigung bist ;-).

Ehrlich gesagt, ist mir selbst oft gar nicht bewusst, wie unnormal ich bin. Es fällt mir erst durch die Reaktionen meiner Mitmenschen auf.
Und dann merke ich, warum so viele Menschen unglücklich und unzufrieden sind: sie gehen im Einheitsbrei der Normalität unter.
Damit dir das nicht passiert, möchte ich dich zu ermutigen, deine Einzigartigkeit noch viel mehr zu leben als bisher. Und ich gebe dir ein paar ganz pragmatische Tipps mit, die dir dabei helfen.

Der Duden definiert das Wort “Freak” wie folgt:
1. Person, die sich nicht ins normale bürgerliche Leben einfügt, die ihre gesellschaftlichen Bindungen aufgegeben hat, um frei zu sein
2. jemand, der sich in übertrieben erscheinender Weise für etwas begeistert

Ersteres trifft ziemlich gut auf mich zu. Zweiteres finde ich diskussionswürdig: denn “übertrieben erscheinend” deutet schon an, dass es vielleicht gar nicht so übertrieben ist. Schließlich ist Begeisterung Lebensfreude pur, oder? Aber in unserer Welt scheint es irgendwie eine Toleranzschwelle für Begeisterung zu geben…

Hier ist, warum ich der Meinung bin, dass wir alle viel mehr Freak sein sollten:

Die Bewertung liegt im Auge des Betrachters

Wenn man in so vielen verschiedenen Lebensbereichen so “anders” ist wie ich, wird einem schnell klar, dass die Definition von “anders” sehr subjektiv ist. Wenn ich mit anderen Kletterern zusammen bin, bin ich auf einmal völlig normal. Ich gehöre dazu. Es gibt in dieser Szene sogar noch sehr, sehr viel wildere und durchgeknalltere Menschen als mich.
Tummle ich mich auf diversen Rohkost- und Gesundheitsblogs und Youtube-Kanälen, treffe ich auf viele Menschen, die ähnlich ticken wie ich. Und noch mehr, die viel radikaler eingestellt sind und zum Beispiel schon seit fünf, 10 oder gar 20 Jahren rohköstlich essen. Auf einmal liege ich voll im Trend.
Kennst du das?
Du betreibst ein bestimmtes Hobby oder verfolgst ein spezielles Interesse, wofür viele Menschen dich schräg anschauen? Aber andererseits gibt es da einen Haufen Leute, die diese Begeisterung mit dir teilen und unter ihnen fühlst du dich verstanden.
Was sagt uns das?
1. Die Bewertung, ob du ein Freak bist oder nicht, hängt nicht von dir, sondern der anderen Person ab!
2. Du hast die Wahl, mit wem du dich umgibst. Dementsprechend wirst du dich “normal” oder “anders” fühlen.

Du fällst nur auf, weil es so viele graue Mäuse gibt

Stell’ dir vor, alle Menschen wären so kunterbunt wie du. Alle würden verrückte Dinge tun, wären spontan und ausgelassen und würden sich für die abgefahrensten Themen begeistern (das ist im übrigen meine Vision ;-)). Wie anders wärst du dann?
Genau. Kein bißchen.
Du hast also nur das Gefühl, anders zu sein, weil soooo viele Menschen sich klein machen, anpassen und in Schubladen einordnen. Unsere Gesellschaft besteht aus einer großen grauen Masse zurückhaltender, unauffällig gekleideter Brotjob-Angestellter, die nichts mehr fürchten als ihren Job zu verlieren oder die Erwartungen anderer Menschen zu enttäuschen. Und jetzt kommst du daher und muckst auf. Und erlaubst dir, Dinge anders zu tun und deiner Bestimmung zu folgen. Kein Wunder, dass du auffällst.
Das ist aber nicht dein Fehler, sondern das Versäumnis all der Anderen, genau das gleiche zu tun.

Deine Einzigartigkeit ist, wozu du hier bist!

Ich sage es immer und immer wieder: deine Träume sind kein Zufall. Es ist kein Fehler der Natur, dass du all diese Flausen im Kopf hast. Du bist so gewollt. So ganz anders als alle anderen. Deine Buntheit ist das Geschenk, das durch dich in die Welt gebracht werden soll. Deine Begeisterung für skurile Hobbies und Außenseiter-Themen oder deine Fähigkeit, dich stunden- und tagelang mit etwas zu beschäftigen und den Rest der Welt zu vergessen – das ist, was dich ausmacht. Es ist dein Beitrag, damit diese Welt reichhaltig und inspirierend ist. Wer will denn schon Kopien und Einheitsbrei?

Du fragst dich oft, was eigentlich deine Bestimmung ist und wozu du hier bist?

Die Antwort ist so einfach und nahe liegend, dass du sie bislang übersehen hast. Du bist hier, um 100% DU zu sein! Mit all deinen verrückten Facetten und deinen komischen Interessen und Verhaltensweisen. Dein Job ist nichts anderes, als genau das in die Welt zu bringen. Es ist so einfach. Und so wichtig. (wie du damit Geld verdienen kannst, steht auf einem anderen Blatt Papier).

So wirst du zum Freak
Diese Tipps helfen dir, noch viel mehr du selbst zu sein:

1.    Mach’ dir klar, dass deine Buntheit und Verrücktheit kein Fehler ist. Du bist genau so gedacht!

2.    Such’ dir Menschen, die deine Begeisterung teilen und dich in deiner Andersartigkeit unterstützen.

3.    Verstehe, dass deine Interessen und Verhaltensweisen meist nur von solchen Menschen als seltsam und komisch bewertet werden, die sich selbst nicht trauen, ihr Ding zu machen.

Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass Gott uns als Freaks erschaffen hat. Lass uns diese Buntheit endlich leben!

Alles Liebe,
deine Carolin

 

authentisch-selbstbewusst-schmal

9 comments

  • Gerda

    So manche “Stoßgebete” sind gen Himmel aufgestiegen, wenn man/frau/Mama eine “Freak-Tochter” hat, aber oft waren und sind es auch “Dankgebete”!
    Weiterhin das Allerbeste!
    Mama

  • Anne

    Erstmal hat mich die Definition von “Freak” amüsiert und gleichzeitig begeistert!
    Du sprichst bzw schreibst mir mit Deinem Artikel aus dem Herzen, totaler Volltreffer!
    Ich denk’ ja auch, dass die Menschen, die alles Individuelle gleich als “anders” betrachten, eigentlich diejenigen sind, die schon lange “anders” sind, nämlich anders als sie selbst eigentlich wären, hätten sie sich nicht so sehr vergessen im Laufe der Zeit.
    Ich komme auch immer mehr in die richtige Energie, für mich das Richtige zu entdecken und damit dann auch durchstarten zu wollen. Eigentlich kann ich mir jetzt schon nicht mehr so richtig vorstellen, noch allzu lange in einem reinen Angestellten-Verhältnis meine Arbeitszeit zu verbringen.
    Deine Artikel helfen mir, diese Wünsche nicht mehr los zu lassen und bestärken mich in meiner Intention. DANKE.

  • Meine liebe Carolin,

    was ist denn das bitte wieder mal für ein geiler Artikel? Der strotzt ja nur so vor Lebenslust und Kraft – und Freakigkeit 🙂

    Apropos: Ich habe gerade auf Google Maps gesehen, dass es bis zum Konzert meiner Lieblingsband am 9. Juni 2017 am Griechischen Meer nur 2400 Kilometer sind. Und wiel ich ja schon lange mal einen Roadtrip über den Balkan nach Griechenland machen wollte, manifestiert sich da gerade etwas verdammt Cooles. Das merke ich immer daran, wenn es so ganz speziell kribbelt.

    Auf alles Freaks dieser Erde!

    Liebe Grüße
    Mischa

    • Carolin

      Yeah! Sehr interessant, wie alleine das Wort “Roadtrip” mein Herz zu aufgeregten Sprüngen veranlasst 😉 Also mein GO! hast du. Hätte dann gern bitte ein Foto von dir in so nem Sirtaki-Rock! 😉

      So schön, sich immer wieder von all den anderen Freaks inspirieren zu lassen!
      Liebe Grüße zurück,
      Carolin

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  • Verena

    vielen Dank gerade jetzt hierfür!!! Das Wissen, das man als Kind hatte und das einem dann ausgetrieben wurde bzw. das man sich dann selbst beigebracht hat, nicht zu glauben, um bloß nicht ausgestoßen zu werden…Du hilfst, es wieder auszugraben, dann zu glauben und es scheinen zu lassen!!!