Meine erste Workation: Digitale Unternehmer und was du von ihnen lernen kannst

„I had a blast“ sagt man im Englischen, wenn man ausdrücken möchte, dass man eine richtig, richtig gute Zeit hatte. So wie ich letzte Woche. Und ich möchte dich nicht nur an meiner guten Laune teilhaben lassen, sondern dir auch zeigen, wieviel mehr möglich ist – auch für dich, wenn du möchtest.

Vor 10 Tagen ging’s Sonntag (sehr) früh los nach München zum Flughafen, drei Stunden später in Sevilla gelandet und dann mit dem Auto in zwei Stunden an den südlichsten Punkt Spaniens nach Tarifa. Zu meiner ersten Workation.
Dieser Begriff setzt sich aus den englischen Wörter „work“ und „vacation“ zusammen und beschreibt sehr gut, worum es geht: nämlich eine Gelegenheit, um gemeinsam zu arbeiten und Urlaub zu machen. Entstanden ist diese Idee in der Szene der sogenannten Digitalen Nomaden – Menschen, die online von überall auf der Welt arbeiten.

Ich selbst würde mich (noch) nicht als Digitale Nomadin beschreiben, denn obwohl ich auch sehr viel unterwegs bin, arbeite ich doch die meiste Zeit von meinem Zuhause im Chiemgau. Allerdings möchte ich die Freiheiten, die mein Online-Business mir lässt künftig noch mehr nutzen, um beispielsweise den Winter in wärmeren Gefilden zu verbringen.
Deshalb und weil ich dringend mal wieder aus meiner Komfortzone raus musste, habe ich die Workation in Tarifa gebucht – und das war ganz sicher keine Eintagsfliege.

Lass mich dir berichten, warum ich so begeistert bin und was ich dir mitgebracht habe.

Ich könnte dir viel erzählen von Sommer, Sonne, Strand und meinen ersten Kite Surf Versuchen (ich fürchte, auch das waren nicht meine letzten ;-)). Oder von leckeren und geselligen BBQ und Tapas Abenden.


Doch heute geht es mir um was anderes: nämlich die Menschen, die ich dort getroffen habe und, was du von ihnen lernen kannst. Denn das waren für mich persönlich die wertvollsten Erfahrungen.
In dieser vergangenen Woche habe ich viel weniger gearbeitet als ich mir vorgenommen hatte. Ich hatte einfach nicht die Muse, vor meinem Rechner zu sitzen und Blogartikel, Newsletter oder Handbücher zu schreiben, während sich um mich herum lauter so inspirierende Menschen tummelten. Also hab ich den Laptop schnell wieder zugeklappt und stattdessen das persönliche Gespräch gesucht.

Was ich dabei gelernt und erfahren habe, möchte ich mit dir teilen:

Digitale Nomaden sind ganz normale Menschen

Natürlich stimmt das nicht ganz. Sie unterscheiden sich sicherlich von manch anderen durch ein großes Bedürfnis nach Freiheit, Inspirationen und Herausforderungen. Aber: sie sind weder mutiger noch intelligenter oder sonst irgendwie gesegneter als du oder ich. Alle Workation TeilnehmerInnen haben und hatten ihre zum Teil enormen persönlichen Herausforderungen zu meistern. Während einige sehr stark und selbstsicher waren, wirkten andere eher schüchtern und etwas unsicher – eine bunte Mischung an Persönlichkeiten wie im normalen Arbeitsleben auch.
Mit anderen Worten: es ist möglich, Dinge zu verändern und sein Leben aktiv bewusst zu gestalten auch, wenn man noch nicht erleuchtet ist!

Drei Charaktereigenschaften, die einen enormen Unterschied machen

Was mir allerdings sehr stark aufgefallen ist, waren frappierende Ähnlichkeiten im Umgang mit anderen Menschen sowie mit neuen Herausforderungen (wie zum Beispiel dem Kite Surfen, was für einige von uns völlig neu war). Diese gemeinsame Woche, in der Holländer, Belgier, Ungarn, Amerikaner, Engländer, Moldawier und Deutsche wie in einer WG zusammen in einem Haus gewohnt haben, war getragen von großem gegenseitigem Respekt und Erlaubnis für jedermanns Eigenarten. Keine Diskussionen oder Frotzeleien, kein genervtes Augenverdrehen. Stattdessen sehr viel Humor – vor allem über sich selbst – und jede Menge Spaß und gute Laune. Kochen, Abspülen, Durchfegen geschah wie von Zauberhand nebenbei und ohne Absprachen.

Was die unternehmerischen Tätigkeiten anging, hätten wir unterschiedlicher kaum sein können. Ich war der einzige Coach (juhu! :-)) unter Webdesignern, Moderatoren, Grafikern, Textern, Software-Spezialisten, Event-Managern, Bauingenieuren, Video-Spezialisten und Analysten. Und obwohl wir sowohl inhaltlich als auch menschlich so verschieden waren, begegneten sich alle mit einer großen Offenheit und ehrlichem Interesse. Es war ein Heidenspaß von all diesen verrückten und weniger verrückten Typen zu lernen, Tipps zu bekommen und Geschichten zu hören. So macht Box-Erweiterung Laune!

Eine weitere Gemeinsamkeit konnte ich in einer gewissen Portion Ehrgeiz entdecken, die unaufdringlich, aber bei allen Teilnehmern präsent war. Da waren Anspruch und Motivation, neue Dinge zu lernen und gut darin zu werden. Die Kite-Lehrer bestätigten allen Kite-Neulingen sehr schnelles Lernen und rasche Fortschritte. Mehrfach war ich überrascht, wie viele derer, die am Abend länger in der Bar aushielten als ich am nächsten Morgen vor mir am Rechner saßen. Auch der ein oder andere Programmpunkt wurde durchaus mal ausgelassen, um ein Projekt voranzutreiben oder einen Abgabetermin einzuhalten.

Wenig Schein, dafür viel authentischen Sein

Einige der Teilnehmer sind sehr erfolgreich mit hohen sechs- oder gar siebenstelligen Jahresumsätzen. Anderer dagegen sind noch ganz am Anfang und darauf konzentriert, die Lebenshaltungskosten zu decken. Allen gemeinsam war, dass sie sehr offen und ehrlich über ihren Weg und ihre Herausforderungen gesprochen haben. Niemand hat sich bemüht, ein makelloses Bild von sich abzugeben. Auch diejenigen, die „es geschafft haben“, erzählten ganz unverblümt von ihren Schwierigkeiten und ihren Lernerfahrungen. So musste sich niemand klein oder unzureichend fühlen, sondern wir alle konnten voneinander lernen und uns ganz direkt unterstützen und Hilfe anbieten.

Entwicklung ist auch als Paar möglich

Besonders beeindruckt hat mich ein deutsches Pärchen, die beide etwas jünger sind als ich. Sie haben eine enorme Entwicklung hinter sich: von einem anstrengenden, aber langweiligen 0815-Leben als Bankkaufmann und Einzelhandelskauffrau, deren Entspannung der gemeinsame Fernsehabend mit Wein und Bier war, hin zu digitalen Nomaden mit einem großen Faible für Gesundheit und Sport. Mich hat es sehr berührt, dass sie diesen Weg zu zweit gegangen sind und sich gegenseitig in ihrer Entwicklung so unterstützt haben (und es weiterhin tun). Ich habe sie dazu ermutigt, ihre Geschichte zu teilen ;-).

„Es ist so viel mehr möglich als man denkt!“

Ich weiß nicht, wie oft ich diesen Satz in der vergangenen Woche gehört habe! Es scheint, als ob wir alle mit diesem Virus infiziert sind, der uns nach den Sternen greifen lässt. Jeder von uns hat seine ganz eigene Geschichte, wo wir über unsere Begrenzungen hinausgewachsen sind und erkannt haben, dass Grenzen fast immer nur in unseren Köpfen existieren. All diese kunterbunten Menschen konnten nur deshalb an einer Workation in Spanien teilnehmen, weil sie zuvor ihre ganz persönlichen Ängste, Zweifel und Hindernisse überwunden haben. Und wehe du bist einmal auf den Geschmack von „alles ist möglich“ gekommen – dann erscheinen die Sterne auf einmal sehr nah 🙂.

Es gibt immer einen Weg

Oftmals höre ich von Leuten, sie könnten etwas nicht tun und ihre Träume nicht verwirklichen, weil…. sie zu jung, zu alt, zu arm, zu reich, zu gebunden, zu unerfahren oder sonst was sind. Die vergangene Woche hat mal wieder bewiesen, dass all das letztendlich nur faule Ausreden sind (sorry!).
Da waren Teilnehmer zwischen Ende Zwanzig und über Fünfzig, Singles, Paare und mehrfache Familienväter. Einige haben keinen festen Wohnsitz mehr und sind permanent unterwegs. Andere arbeiten immer einige Monate oder Jahre an einem festen Ort, um dann für einige Zeit zu reisen. Einer der Männer verbringt seit Jahren den Winter mit seiner Familie in Thailand, ein anderer ist mit seiner Familie von Holland nach Spanien gezogen – einfach, weil dort die (individuell gefühlte) Lebensqualität höher ist.
Alle haben ihre berufliche Tätigkeit so angepasst und verändert, dass sie möglichst viel Freiraum lässt. Manche tun sogar etwas ganz anderes als früher, damit sie ortsunabhängig arbeiten können.
Alle haben sich entschieden, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und aktiv für ihr Glück zu sorgen.

Ein Schlag Menschen, in deren Gesellschaft ich mich sehr wohlfühlte und die mich inspiriert haben, meine eigenen Begrenzungen immer weiter aufzuweichen. Ich habe wieder einmal erfahren, wie gut es tut, diesen Weg nicht alleine zu gehen. Vorgelebte Möglichkeiten sind das beste Rezept gegen Zaghaftigkeit.

Warum nicht das Beste aus diesem Leben herausholen?!

Herzlichst,

 

P.S.: Du möchtest ebenfalls deine Begrenzungen überwinden? Dann bist du hier goldrichtig!

 

6 comments

  • Susanne Wenninger

    Du sprichst mir aus der Seele liebe Carolin. Und ich weiß genau was du meinst ;-)))
    Als nächstes geht’s zur “Box-Erweiterung” in den Iran!
    Only 3 weeks left….

  • Sabine

    Hey Carolin danke dir das du die Erfahrung mit uns teilst Es hat mich sehr berührt was du da schreibst Zudem rührt es einen wieder an tiefer zu blicken wo man selbst sich noch festhält im Geht ja nicht weil… Auch sehr erstaunlich fand ich deine Beschreibung wie unkompliziert entspannt das Zusammen Leben dort war! Jetzt kann ich gut verstehn warum du so glücklich entspannend auf den Fotos wirkst So etwas live zu erleben das es anders geht ist sicherlich eine wunderbare tolle Erfahrung

    • Carolin

      Ich freu’ mich, dass es dich berührt, liebe Sabine! Wunderbar… und: wie können wir noch viel mehr solcher und ähnlicher Erfahrungen machen? 😉

  • Liebe Carolin,
    wie sehr mich dein Artikel abholt, brauche ich Dir persönlich nicht sagen (du kennst mich aus unseren1:1 Coaching Gesprächen)

    Besonders schön fand ich die Eigenschaften der Menschen, wie Du sie beschreibst:
    * große Offenheit und ehrliches Interesse
    * gegenseitiger Respekt und die Erlaubnis für jedermanns Eigenarten

    Genau deshalb bin ich auch von diesem “Virus” ergriffen, dessen Basis mein Leben ist mit all meinem Bedürfnis nach Freiheit, Inspiration und Herausforderung, weil eben diese es so bunt und einfach genial machen.

    „Es ist so viel mehr möglich als man(n) & frau denkt!“

    Danke für dein Beispiel der gelebten Inspiration.

    • Carolin

      Ja, liebe Claudia, du bist auch so eine! 😉 Ein tolles Beispiel dafür, was alles möglich ist – lass uns noch viel mehr Sterne vom Himmel pflücken! 😉