So lebst du deine Bestimmung – im Einklang mit deiner Familie

Gastartikel von Natalie Mühlen (mehr über Natalie kannst du in der Autorenbox ganz unten lesen)

Sicherheit. Sie hat etwas Wohliges, Angenehmes. Sie gibt uns Rückhalt. Sie ist wie eine Stütze, auf die wir uns verlassen. Doch auch sie hat ihre Schattenseiten. Diese Schattenseiten haben dich nicht ruhen lassen. Du hast in dir gespürt, dass es so für dich nicht passt. Es hat etwas gefehlt.
Du warst mutig und du hast dich auf den Weg gemacht. Auf den Weg, deine Bestimmung zu suchen und zu leben. Du bist so happy, dass du mehr und mehr DEINS Leben kannst. Doch umso mehr du dein Ding machst, umso größer wird die Angst, dadurch etwas anderes zu verlieren: Geliebte Menschen an deiner Seite. Menschen, die mit deiner Veränderung nicht zurechtkommen.

In diesem Artikel möchte ich dir Möglichkeiten geben, wie du mit dieser Angst umgehen kannst.
Außerdem bekommst du von mir erprobte Tools, wie es mit dem intakten Umfeld klappen kann UND du deine Bestimmung lebst.

Die 3 Säulen in unserem Leben

Es gibt drei Hauptsäulen, in denen Menschen ihren Halt suchen. Bei jedem von uns ist die Stärke jeder einzelnen unterschiedlich.
Wenn bei einer Säule etwas wegbricht, stützen wir uns gerne mehr auf die anderen. Doch was ist, wenn bei einer Säule etwas hinzukommt? Wie wird es möglich, dass eine andere dann nicht schwächer wird?
Die Kunst liegt darin, die Stärken aller Säulen unabhängig voneinander aufzubauen. Die drei Hauptsäulen sind:

1. Unsere Beziehungen

Egal, ob der Partner, die Freunde oder die Familie. Beziehungen zu anderen Menschen nähren uns und machen uns komplett.

2. Unsere Tätigkeit

Meistens ist das der Beruf. Wenn wir darin unsere „Berufung“ allerdings nicht leben, können das auch Hobbys, ehrenamtliche Tätigkeiten, etc. sein.

3. Wir selbst

Je nachdem, wie stark wir sind, können wir uns selber halten oder brauchen das eher von außen. Den einen wirft schnell etwas aus der Bahn, der nächste bleibt sehr lange stehen.

In diesem Artikel geht es um unsere Beziehungen, was auch immer gleichzeitig die 3. Säule „wir selbst“ betrifft.
Wenn du deine Beziehungen verbessern möchtest, solltest du immer bei dir selbst anfangen. Das heißt, du schaust ganz allein bei dir, unabhängig von den anderen.
Der zweite Schritt ist dann der Umgang mit deinem Umfeld.

Fang bei dir an

Du hast dich auf deinen Weg gemacht. Auf den Weg zu etwas Neuem. Stück für Stück setzt du es in deinem Leben um. Deine Bestimmung leben heißt DU zu sein. Und zwar in allen Lebensbereichen!
Vielleicht hast du deinen sicheren Angestellten-Job gekündigt. Vielleicht hast du alles abgebrochen und bist ins Ausland gezogen. Vielleicht hast du ein altes Hobby aufgegeben, das du nur gemacht hast, weil deine Freunde es machen und du gehst dafür jetzt zum Fallschirmspringen.
Die Situation ist neu. Für dich und dein Umfeld. Die Stützen, die einmal da waren, sind wackelig geworden oder weg. Die neuen noch unbekannt und du bist nicht sicher, wie stabil sie sind. Das macht Angst. Und daran ist gar nichts Schlechtes. Es ist eine natürliche Reaktion auf das Neue.

Die Angst wahrnehmen

Der erste Schritt ist immer, ein Bewusstsein für etwas zu entwickeln. In diesem Fall für die Angst, dass das Umfeld nicht mehr mitspielt, wenn wir unsere Berufung leben.
Vielleicht ergeben sich plötzlich sinnlose Streitereien oder du gehst bestimmten Begegnungen aus dem Weg. Prüfe bei dir selber, ob das auf Grund der Angst sein könnte, die so ihr Ventil findet.
Ein anderer Weg wäre die Vermeidungsstrategie. Du sabotierst dich (unbewusst) selber, erst gar nicht in deine wahre Größe zu kommen. Denn so lange du das nicht tust, ist ja alles noch einigermaßen OK.
Egal was sich bei dir zeigt, beobachte nur, bewerte nicht.

Mit der Angst umgehen

Ob die Angst begründet ist oder nicht, ist egal. Fakt ist, du hast sie. Nimm sie an und beschäftige dich mit ihr. Was steckt dahinter? Was will sie dir sagen? Wenn du sie immer wieder weg drückst, wird sie sich immer wieder melden. Und zwar jedes Mal deutlicher über die verschiedensten Kanäle.

Die Ursache finden

Stelle dir immer wieder Fragen. Und hinterfrage die Antworten immer wieder. So wirst du auf vielleicht sehr alte Glaubensmuster stoßen. So könnte das aussehen:
Aussage: Ich habe mich gerade selbstständig gemacht und mein Mann nimmt das nicht ernst und hält es für ein Hobby.
Frage: Was stört mich daran?
Antwort: Ich fühle mich nicht ernst genommen.
Frage: Warum möchte ich, dass er ernst nimmt was ich tue.
Antwort: Weil mir seine Wertschätzung dafür wichtig ist.
Frage: Warum ist mir seine Wertschätzung wichtig?
Antwort: Weil mir das zeigt, dass es gut ist, was ich da mache.
Frage: Warum möchte ich, dass er mir das zeigt?
Antwort: Weil ich von außen diese Bestätigung brauche.
Frage: Warum brauche ich von außen diese Bestätigung?
Antwort: Weil ich sie mir selbst nicht geben kann.

Und dieser letzte Satz ist der Schlüssel! In diesem Fall wäre es deine Aufgabe, dir selber diese Bestätigung zu geben. Nicht deinem Mann klar zu machen, dass das nicht nur ein Hobby ist.

Du mit deiner Familie und Freunden

Egal, um welche Beziehung es geht: Wenn du etwas anders haben möchtest, als jetzt gerade ist, dann ist es deine Verantwortung, etwas dafür zu tun.

Deine Partnerschaft

Versetzte dich einmal in die Lage deines Partners. Ihr seid vielleicht schon einige Zeit zusammen. Ihr habt euch in eurer Beziehung eingerichtet und alles geht seinen gewohnten Gang.
Und auf einmal verändert sich etwas. Du veränderst dich. Und zwar nicht schleichend, sondern plötzlich in großen Schritten. Er weiß nicht, was noch so alles kommt. Wer weiß, ob eure Wege nicht in verschiedene Richtungen gehen?! Vielleicht ist er dann überflüssig. Hey, deine Veränderung könnte in seinen Augen eure Beziehung beenden. Und da kommt ein ganz alter Gefährte ins Spiel: Die Verlustangst.

Das hilft mir immer wieder mit meinem Partner:

Verbindungspunkte
Durch deine Veränderung fallen Punkte weg, die euch früher verbunden haben. Das macht unsicher. Zeig deinem Partner deswegen die Verbindungspunkte, die noch da sind oder welche neuen sich gebildet haben.

Nimm ihn mit auf deine Reise
Damit meine ich nicht, dass er sich auch verändern soll, sondern, dass du ihn an deiner teilhaben lässt. Erzähle ihm, was in dir vorgeht. Öffne dich mit den Dingen, die dich beschäftigen. Finde eine Art und Weise, auf die er hören kann.
Nichts ist schlimmer als das unbekannte Wesen. Das malen wir uns ganz besonders schrecklich aus. Werfen wir Licht darauf, ist es schon gar nicht mehr so bedrohlich.

Gib ihm einen Platz
Ich arbeite gerne auch mal Abends und an den Wochenenden. Zeiten, die ich früher mit meinem Freund verbracht habe. Besonders, wenn ich eine Möglichkeit zum Arbeiten nutze, die sich spontan ergibt, gibt es Diskussionen. Er fühlt sich hinten angestellt.
Sollte dir das bekannt vorkommen, empfehle ich dir, feste Absprachen zu treffen. Wann arbeitest du (oder gehst deinem neuen Hobby nach…) und welche Zeiten verbringst du mit ihm.

Verstehe seinen Frust
Du lebst deine Bestimmung. Du wirst immer glücklicher und zufriedener. Doch dein Partner lebt in seinem alten Trott. Er will den Job, den er hat nicht aufgeben, obwohl es eigentlich nicht sein Ding ist. Auch sonst siehst du bei ihm einige Themen. Damit auseinandersetzten möchte er sich aber nicht.
Dass du jetzt anfängst mehr und mehr dein Ding zu machen, zwingt ihn automatisch, auch bei sich hinzuschauen – ob er es will oder nicht. Er bekommt vor Augen geführt, dass es möglich ist. Und das drängt ihn Stück für Stück an den Rand seiner Komfortzone. Und da ist es unbequem. Wahrscheinlich ist ihm noch nicht bewusst, was da eigentlich bei ihm abläuft. Doch die Auswirkungen sind spürbar. Und die bekommst auch du zu spüren.
Lass ihm seine Zeit. Das ist das Einzige, was du tun kannst.

Freunde & Familie

Über diesen Punkt habe ich bereits einen eigenen Blogartikel geschrieben. „Wie du Reibungspunkte mit Freunden und Familie meisterst, wenn du dich weiter entwickelst“.

Deine Kinder

Du lebst deine Berufung? Vielleicht hast du dich gerade auch noch selbstständig gemacht? Und dann bist du auch noch Mama?
Wow, das ist herausfordernd. Und ich weiß, wovon ich spreche. Mein Kleiner ist jetzt gut 1,5 Jahre und seit Ende der Elternzeit im Oktober bin ich dabei, meine Selbstständigkeit als Coach und Mentorin online aufzubauen.

In dem Moment, wo wir Mama werden kommt nochmal ein komplett neue Komponente hinzu. Ein Leben, das von uns abhängig ist und für das wir die nächsten Jahre die volle Verantwortung tragen.
Meine größte Herausforderung als selbstständig arbeitende Mama: Das schlechte Gewissen meinem Sohn gegenüber.
Ich arbeite in der Regel bis 14 Uhr und hole ihn dann von der Kita ab. Einmal ihn so jung schon in die Fremdbetreuung zu geben, fällt mir schwer. Ich müsste es nicht. Doch habe ich inzwischen verstanden, dass ich einfach nicht die Vollzeit-Vollblut-Mama bin und ich gar nicht anders kann, als meine Berufung zu leben.

Hier hilft mir immer wieder die Frage: Was kreiert es für meinen Sohn, wenn ich das tue?
Es gibt viele Antworten: Ich bin glücklicher und davon profitiert er natürlich. Er sieht mich als Vorbild, dass es möglich ist, seine Träume zu leben. Das Geld, das ich verdiene gibt uns mehr Möglichkeiten. Etc.
Welche Antworten kommen bei dir, wenn du dir diese Frage stellst?

Der zweite Punkt, an dem ich immer wieder genagt habe war, dass ich meinen Kopf nicht ausschalten konnte. Ich war dann zwar mit meinem Kind zusammen, habe aber an mein Business gedacht.
Hier hat mir eine klare Aufteilung geholfen. Ich habe diese Zeiteinteilung eingeführt: Arbeits-Zeit, Familien-Zeit zu Dritt, Familien-Zeit variabel, Paar-Zeit, Mama-Sohn-Zeit, Ich-Zeit-Fix (Sport, Freunde treffen, Seminare besuchen, etc.), Ich-Zeit-variabel (ganz wichtig! Das ist Zeit, die nicht verplant ist. In dieser Zeit kannst du ganz spontan tun, was du willst).

Dass ich wie bei einem Angestellten-Job um 13 Uhr meinen Stift fallen lasse und an nichts arbeitstechnisches mehr denke, ist unrealistisch. Dafür macht mir das, was ich tue, zu viel Spaß. Doch ist es für mich so jetzt nichts mehr, wofür ich mich ständig schlecht fühle.

Herzliche Grüße
Natalie

P.S. Wenn du noch mehr für deine Beziehungen tun magst, kannst du dir hier KOSTENFREI mein Ebook „Dein BeziehungsCODE – Wie du das Fundament für eine glückliche Beziehung erschaffst“ holen.

 

Über Natalie Mühlen:

Als Coach & Mentorin begleitet Natalie Frauen, die auf der Stelle treten, die immer wieder an ihrer Beziehung zweifeln und einen Job haben, der sie nicht erfüllt. Mit ihr finden Frauen heraus, wie genau das Leben aussieht, nachdem sie sich sehnen und wie sie es erreichen können. Sie macht sichtbar, was in jedem von uns steckt: Die Begrenzungen und auch das Potenzial. Selbstzweifel und permanente Unzufriedenheit werden mit ihrer Unterstützung vorbei sein und Frauen können selbstbestimmt ihren persönlichen Weg gehen.
Mehr Infos unter www.natalie-muehlen.de