Verzettelst du dich?

Tausend Ideen und minütlich kommen neue dazu.
Zig angefangene Projekte und Aufgaben.
Ständig neue, spannende Informationen, die rein ploppen und deine Aufmerksamkeit erhaschen.
Dein Kopf quillt über ob all dem Wissen, dass du in Büchern, Webinaren, Blogs oder Kursen aufgesaugt hast und für deine To-Do Liste geht dir allmählich die Tinte aus.

Und trotzdem – oder gerade deswegen – hast du das Gefühl, dass nichts vorwärts geht?

Ein weit verbreitetes Phänomen unter meinen KundInnen. Scanner Persönlichkeit nennt man solche Menschen, die extrem neugierig, kreativ und vielseitig interessiert sind. Ich gehöre auch dazu. Im Gegensatz zu vielen anderen bekomme ich jedoch recht gut die Kurve dazu, die Dinge auch umzusetzen. Mich fragen ständig die Leute: „Carolin, wie schaffst du das alles?“.

Wie ich das mache und was mir hilft, inmitten all der vielen „bright shiny objects“ im Innen und Außen den Fokus zu halten, verrate ich dir in diesem Artikel.

Lass uns zuerst einmal schauen, welche Symptome dieses Verzetteln denn mit sich bringt.

Möglicherweise erkennst du dich in einem der folgenden Punkte wieder:

 

  • Du weißt eigentlich mehr oder weniger klar, was du willst, aber kommst nicht ins Tun.
  • Du hast dir vorgenommen, an etwas Bestimmtem zu arbeiten, aber dann kommt das Leben, vor allem in Form deiner Mitmenschen oder unvorhergesehener Ereignisse dazwischen. Du wirst automatisch von den jetzt gerade dringenden Dingen in Beschlag genommen und deine Ideen und Projekte bleiben auf der Strecke.
  • Oftmals fühlst du dich überfordert, weil es scheinbar so viele Dinge zu tun gibt und du gar nicht weißt, wo du anfangen sollst.
  • Nicht selten bist du frustriert und enttäuscht, weil du das Gefühl hast, sehr viel zu arbeiten, aber nicht die entsprechenden Ergebnisse zu erzielen bzw. nicht wirklich voran zu kommen.
  • Manchmal rutschst du in den „Ich bin nicht gut genug“ Sumpf, weil alle anderen scheinbar schneller, erfolgreicher oder zielstrebiger sind als du.

Das Ergebnis ist meistens, dass du dich schlecht und nicht gewertschätzt fühlst (du tust so viel und dennoch bleiben die sichtbaren Resultate aus) und du den Eindruck hast, dass deine Ideen und Angebote keinen Anklang finden.
Ertappt?
Keine Sorge. Du bist nicht alleine 😉

 

Letzte Woche habe ich mit einer Interessentin telefoniert, die genau das seit Jahren in ihrem Business erlebt: sie ist sehr engagiert und motiviert, hat viele Online-Kurse und Webinare besucht und sich redlich bemüht, all das Gelernte umzusetzen. Sie hat eine professionelle Webseite erstellen lassen und kontaktiert regelmäßig potentielle Kunden und Auftraggeber, um sich und ihre Angebote vorzustellen. Sie hat Kooperationspartner gefunden und überlegt permanent, wie sie ihr Business in den Flow bringen und konstant Kunden anziehen könnte.
Nachdem sie mir 45 Minuten lang im ständigen Wechsel von all ihren Plänen und Ideen und ihrem gleichzeitig wachsenden Frust erzählt hast, habe ich sie recht abrupt unterbrochen. Ich sagte: „Du verzettest dich. Du verlierst den Fokus und verstreust deine Energie.“. Stille am anderen Ende der Leitung. Ich zeigte ihr auf, warum all ihre Bemühungen ins Leere laufen. Am Ende des Telefonats war sie völlig perplex und enorm dankbar, dass ich die Sache auf den (wunden) Punkt gebracht hatte. Denn nun war klar, dass die Ursache für ausbleibende Kunden nicht darin liegt, dass sie „es“ nicht kann oder ihre Angebote schlecht sind. Alles was es brauchte, ist ein roter Faden und ein klarer Fokus.

Sehr kreativ und vielseitig interessiert zu sein, ist keine Schwäche. Im Gegenteil: du kannst es wunderbar für dich und deine Arbeit nutzen, wenn du lernst, deine Energie in gerichtete Bahnen zu lenken.

So behalte ich selbst den Fokus und nehme mir gleichzeitig genügend Freiraum, um meine Neugierde und meinen Wissensdurst zu stillen:

Klare Strukturen

Ich habe feste Coaching-Tage und fixe Termine für die Möglichkeiten-Gespräche. Montags ist Finanztag, meine wöchentlichen Blog-Artikel schreibe ich mittwochs und VIP Halbtage finden immer donnerstags statt. In meinen Facebook Gruppen bin ich an drei Tagen pro Woche aktiv. Und um sicherzustellen, dass mein Grundbedürfnis an Bewegung zuverlässig gedeckt wird, habe ich zwei feste Pilates- Kurstermine pro Woche sowie einen festen Klettertag. Die Wochenenden halte ich mir weitestgehend frei für meine privaten Beziehungen und außerdem gibt’s da ja noch die Free Flow Wochen 😉.
So paradox es klingt: diese Strukturen geben mir Ruhe und Freiraum. Ich habe ein Mindestmaß an Zeitfenstern für mich, die Arbeit an meinem Business, Zweisamkeit mit meinem Partner und meinen Sport etabliert. Alles andere kommt on top.

Auch, wenn du nicht selbstständig bist, kannst du deinen Alltag strukturieren: sorge dafür, dass du feste Termine einplanst für die Dinge, die dir wirklich wichtig sind. Zum Beispiel Zeiten für dich, für dein persönliches Wachstum (Lesen, Webinare, Kurse etc.), deine Hobbies und die Menschen, die du definitiv treffen möchtest. Indem du feste Zeiten vereinbarst oder sie zumindest in deinen Kalender einträgst, erhöhst du die Verbindlichkeit dir selbst gegenüber enorm.

Halte deine Ideen fest

Wenn du sehr kreativ bist, hast du möglicherweise das Gefühl, Ideen „festhalten“ zu müssen, damit sie nicht wieder verfliegen 😉. Ich habe für mich ein System etabliert, um meine Ideen quasi immer und überall sofort notieren zu können: in Trello habe ich ein Board für meine Ideen angelegt mit verschiedenen Kärtchen. Die App habe ich sowohl auf meinem Handy als auch auf meinem Notebook und meinem Desktop Rechner. Egal, wo ich bin – ich kann alle Geistesblitze sofort aufschreiben und durch die Synchronisierung habe ich von überall und jederzeit Zugriff darauf. Auch Webseiten oder Blogs, die ich interessant oder für einen anderen Zeitpunkt relevant finde, verlinke ich dort. Früher habe ich zu diesem Zweck übrigens Evernote genutzt. Funktioniert ähnlich, ich persönlich finde Trello einfach übersichtlicher.

Etabliere für dich eine Möglichkeit, um deine Ideen nicht nur festzuhalten, sondern auch wiederzufinden. Wenn du lieber handschriftlich arbeitest, tut es natürlich auch ein kleines Notizbuch. Dann musst du natürlich sicherstellen, dass du es immer dabei hast und die Übersichtlichkeit ist dabei nicht ganz so einfach herzustellen.

Mach die 80/20 Übung zu einem Ritual

Du kennst sicherlich die Theorie, nach der 80 Prozent deiner Ergebnisse aus 20 Prozent deiner Arbeit resultieren. Das bedeutet, dass 80 Prozent deiner Tätigkeiten mehr oder weniger für die Katz‘ sind.

Mache es dir zur Gewohnheit, regelmäßig folgende Fragen schriftlich(!) zu beantworten:
Was sind die 20 Prozent von Menschen oder Aktivitäten, die 80 Prozent meiner positiven Ergebnisse bescheren? (auf die konzentrierst du dich künftig)
Was sind die 20 Prozent von Menschen oder Aktivitäten, die 80 Prozent meiner negativen Ergebnisse oder Emotionen bescheren? (die streichst du konsequent aus deinem Tagesablauf)
Finde dadurch zwei Dinge, auf die du dich in den nächsten Tagen fokussierst und zwei Dinge, die du radikal von der Tagesordnung streichst.

Ich selbst habe mir alle zwei Wochen eine Erinnerung an dieses Ritual gesetzt und finde es jedes Mal wieder erstaunlich, wie einfach eigentlich alles ist 😉.

Miste aus

Nicht nur deine To-Do-Liste darfst du reduzieren, auch andere Lebensbereiche kannst du ordentlich ent-krempeln. Kleiderschränke, Kommoden, Bücherregale, Küchenschränke, Keller, Dachböden, Autos, Geldbeutel – alles, was dort vor sich hindümpelt und nicht wirklich gebraucht wird, ist zusätzlicher Ballast, der dich ablenkt. Ich fahre alle zwei bis drei Monate eine große Tüte an Kleidung ins Sozialkaufhaus. Eine Freundin erzählte mir kürzlich, dass sie für jedes Buch, das sie neu kauft, drei alte zum Büchertisch bringt.
Wie sieht es mit deinen Beziehungen aus? Welche davon inspirieren und nähren dich und welche lenken dich ab von deinen Zielen?
Wenn du ehrlich bist zu dir, welche Überbleibsel aus vergangenen Zeiten hast du noch in deinem Leben, die schon längst drauf warten entsorgt zu werden? Raum schaffen für Neues, Raum schaffen für deine Entfaltung ist die Devise 😉

Fokussiere dich – für eine gewisse Zeit

Ich weiß, für manche Menschen ist es ganz furchtbar, wenn sie hören, dass sie sich auf wenige Dinge beschränken sollen. Deshalb habe ich einen speziellen Vorschlag für dich: definiere einen konkreten (begrenzten) Zeitraum, in dem du dich einem bestimmten Projekt widmest. Zum Beispiel könntest du als Selbstständige entscheiden, in dieser Woche drei Stunden deiner Arbeitszeit der Herausarbeitung deines idealen Kunden zu widmen. Oder du könntest ein Zeitfenster kommendes Wochenende festlegen, um den Keller auszumisten.
Egal, worum es geht: du musst nichts aufgeben. Aber du kannst dich bewusst dafür entscheiden, für eine bestimmte Zeit deinen Fokus auf etwas zu legen, was jetzt wirklich Priorität hat. In der restlichen Zeit, kannst du wie ein Schmetterling von einer Blüte zur nächsten fliegen😉

 

Mir ist wichtig, dass du verstehst, warum der Erfolg ausbleibt oder du scheinbar nicht vorwärts kommst: es liegt nicht daran, dass du zu blöd bist oder ungeeignet. Es könnte mit großer Wahrscheinlichkeit daran liegen, dass du nicht konsequent genug bei der Sache bleibst.
Und dadurch sabotierst du dich selbst. Denn was würde denn passieren, wenn du wirklich erreichen würdest, was du dir wünschst? Welchen Preis müsstest du dafür bezahlen? Was wäre nicht länger möglich?

Mehr dazu kannst du hier lesen…

 

Denk’ daran: Alles ist möglich. Auch für dich. 😉

Herzlichst,

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