Wie du in deine Mitte kommst – und dort bleibst

In die Mitte kommen

Zu diesem Thema habe ich auf diesem Blog ja schon des Öfteren mal was geschrieben, zum Beispiel hier. Heute möchte ich dir drei ganz konkrete Tipps mitgeben, die dich zu dir bringen und dir helfen, bei dir zu bleiben.
Denn nur, wenn du einen klaren Kopf hast, kannst du dein Leben aktiv gestalten.

Tipp #1: Tägliches Sitzen.

Klingt voll spannend, ich weiß. Ist aber der mega Knaller – ich schwör’s!
Gemeint ist damit, eine Routine zu etablieren, die darin besteht täglich in Stille zu sitzen. Mindestens 10 Minuten, gerne länger. Ich sitze zwischen 20 und 45 Minuten. Natürlich kannst du auch mit 5 Minuten anfangen – besser als gar nichts.
Ob du dabei eine gewisse Struktur zum Beispiel in Form einer geführten Meditation haben möchtest oder nicht, darfst du selbst ausprobieren.

Wichtig: im Zusammenhang mit Meditation & Co wird immer wieder davon gesprochen, wie wichtig es sei, einen leeren Kopf zu bekommen und frei von Gedanken zu sein.
Das ist Bullshit.
Solange du Mensch bist, wirst du Gedanken haben. Natürlich kannst du mit jahrelanger Meditationspraxis Phasen dieser inneren Stille erlangen und das ist super. Ich kann das selbst bei mir beobachten. Bravo.
Aber darum geht’s nicht.
Vielmehr geht es darum, dass du dich spürst. Dass du ins Hier und Jetzt kommst und deinen Körper spürst. Dass du dich wahrnimmst. Dass du deine Gefühle und Gedanken beobachtest. Bewusstes Sein – darum geht’s.

Wir verlieren uns so leicht in all dem Trubel dieser Welt. Radio, Fernsehen, Facebook, Arbeit, Kollegen, Freunde und natürlich Partner und Familie. Zig Reize strömen tagtäglich auf dich ein in Form von Energien, Emotionen, Ansichten und Erwartungen von außen. Viel zu leicht verschmilzt du mit all diesen fremden Einflüssen und verlierst das Gespür für dich selbst, deine Bedürfnisse und Wünsche.

Um in deine Mitte zu kommen, muss du zu dir kommen. Und den Unterschied spüren zwischen dir und all dem Rest. Sitzen in Stille ist einer der schnellsten Wege dorthin. Es zu deiner täglichen Routine zu machen hilft dir, es wirklich zu tun. Je öfter du in Stille zu dir kommst, umso leichter fällt es dir, auch im Trubel zentriert zu bleiben.

Tipp #2: Regelmäßiges Abschalten.

Wir leben in einer digitalen Welt und wenn du meinen Blog verfolgst, bist du vermutlich (sehr) viel online unterwegs und auf diversen Kanälen erreichbar. Die Vorteile dieser Hochgeschwindigkeits-Vernetzung liegen auf der Hand – die Schattenseiten ebenso. Die wenigsten von uns gestehen sich gerne ein, dass wir alle doch mehr oder weniger süchtig geworden sind nach WhatsApp, Facebook, Instagram & Co. Und selbst, wenn es nur der altmodische Fernseher ist, der dich regelmäßig in den Bann zieht – er lenkt dich ab. Und zwar in erster Linie von dir selbst.

Drum brauchst du regelmäßige Auszeiten. Schalte für eine gewisse Zeit mindestens einmal täglich alles aus. Und geh‘ am Wochenende zumindest für ein paar Stunden off-line.

Was du stattdessen tun sollst?

Auftanken. Abgesehen von deinen liebsten Mitmenschen oder Tieren, ist die Natur die beste Gesellschaft dafür. Ich selbst habe erst vor kurzem wirklich mein inneres Outdoorzeit-Barometer bemerkt. Wenn ich zu viele Tage am Stück nicht für ein paar Stunden draußen war, sinkt der Pegel unter ein gefährliches Mindestniveau und der Frischluft-Detektor schlägt Alarm: „Caro, raus mit dir!“.

Wo wirst du am besten genährt? Was sind deine persönlichen Tank-Stellen?

Mach‘ es dir zur Gewohnheit, sie regelmäßig aufzusuchen.


Klicke hier für den gratis Download

Tipp #3: Fremdes zurückschicken.

Obwohl ich inzwischen längst weiß, dass wir viel mehr von anderen übernehmen als uns bewusst ist, wird mir trotzdem noch manchmal ganz anders, wenn ich es wieder einmal ganz hautnah erlebe.
Da ist die Klientin, die ihr ganzes Leben lang unter starken Verlustängsten leidet – und nach einer Session des Zurückschickens der von der Mutter übernommenen Ängste ein völlig neuer Mensch ist. Da ist die schlechte Laune, die einfach verschwunden ist, nachdem ich sie dem Großstadt-Dschungel zuordnen konnte. Da kann eine Klientin mit völliger Leichtigkeit und Freude in die Selbstständigkeit starten nachdem sich all die zweifelnden Stimmen als nicht ihre eigenen herausgestellt haben. Und so weiter…

Du wirst es mir nicht glauben bis du es selbst erlebt hast.

Probier’s aus: Schicke alles zurück an die Absender, was du übernommen hast und nicht dir gehört

  • jedes Mal, wenn du von einem Treffen mit anderen Menschen oder einer größeren Menschenansammlung weggehst.
  • jedes Mal, wenn du deinen Arbeitsplatz verlässt.
  • jedes Mal, wenn du dich depressiv, verzweifelt oder miesepetrig fühlst.
  • jedes Mal, wenn Schmerzen oder andere körperliche Symptome auftreten.
  • jedes Mal, wenn du Stimmen in dir hörst, die dir etwas madig machen wollen.

Ach ja, und dann war da noch diese Übung, um aus allen fremden Feldern raus zu kommen.

Klingt das anstrengend für dich?

Ja und nein. Mit etwas Übung werden alle drei Punkte zur Routine für dich. Was es dazu allerdings definitiv braucht, sind zwei Dinge: Bewusstsein und Verantwortung. Aber das kennst du ja schon von mir… 😉

Viel Spaß beim Ausprobieren! Lass mich wissen, wenn du angekommen bist – bei dir.

Herzlichst,

P.S.: Ich will nicht verheimlich, dass ich persönlich noch einen weiteren Joker im Ärmel habe, wenn’s ans Abschalten und Auftanken geht: das Klettern. Je anspruchsvoller die Tour, umso höher die Präsenz. In einer senkrechten oder gar überhängenden Wand mit den Fingerspitzen an Mini-Leisten klammernd und auf nicht vorhandenen Tritten stehend bleibt dir gar nichts anderes übrig, als völlig im Hier und Jetzt zu sein. Klettern wird nicht umsonst immer öfter als Therapie eingesetzt 😉

2 comments

  • Liebe Carolin, es ist ganz egal an welcher Felswand ich gerade hing ich bin immer wieder abgestürzt. Die Angst in mir ist einfach zu mächtig es nicht zu schaffen endlich auf festen Boden zu stehen und das Gefühl zu haben hier bin ich sicher. ich frage mich oft ob das, was ich tue ,das richtige ist. Da ich das Seminar bei Dir gebucht habe bin ich doch guter Hoffnung aus meinem Tief das ich gerade habe ( Finanziell und Depressiv) wieder heraus zu kommen.

    • Carolin

      Liebe Marga,

      ich bin mir sicher, dass wir dich da gemeinsam aus dem Sumpf herausziehen werden 😉

      Freu mich auf dich!
      Ganz liebe Grüße,
      Carolin