Wie du Leichtigkeit in deine Selbstständigkeit bringst


Gestern hatte ich eine Session mit einer Klientin, die mir erzählte, sie hätte viel zu wenig Zeit, würde sich ständig ablenken und mit dem Business-Aufbau nur im Schneckentempo voran kommen.
Die Gefühle von Überforderung und Orientierungslosigkeit schwappten mir regelrecht per Video-Schaltung entgegen.

Kommt dir das bekannt vor?

Gerade am Anfang hat man einige sehr umfangreiche, grundlegende Dinge zu tun wie eine Webseite zu gestalten, Angebots-Pakete zu schnüren und einen Marketing-Trichter aufzusetzen.
Und natürlich sollte all das besser gestern als heute fertig sein, damit du endlich loslegen und Geld verdienen kannst.

Du fühlst dich also schon gestresst und unter Druck gesetzt bevor dein Business überhaupt richtig losgeht.

Besagte Kundin fragte ich dann, wieviel sie denn glaube jetzt für den Business Aufbau arbeiten zu müssen. „Ja, ständig, immer, so viel wie möglich“, sagte sie und gestikulierte dabei wild mit ihren Armen als ob sie unterstreichen wollte, wie umfangreich das ganze Vorhaben sei.

Wie sie sich denn bei dieser Vorstellung fühle, fragte ich sie als nächstes und was das mit ihrem Körper mache. Ihre Antwort: eng, überfordert, als ob sie keine Luft bekommen würde.

Sehr häufig kommen Frauen in genau diesem Zustand zu mir: sie haben sich zum Teil bereits sehr umfangreich mit all den Themen rund um den Aufbau einer Selbstständigkeit beschäftigt, zig Webinare gesehen und „How-to“ Anleitungen heruntergeladen. Und dann sind sie vollkommen überwältigt ob all der To-Dos und wissen überhaupt nicht mehr, wo ihnen der Kopf steht.

Das Ergebnis: du verzettelst dich, arbeitest vollkommen ineffektiv und fühlst dich permanent schlecht.

Gerade in unserer unbegrenzten Online-Welt ist die Gefahr des „Sich nicht gut genug, weit genug, schnell genug“ Fühlens enorm groß.

Zum einen siehst du ständig, was andere tun, wie aktiv und vermeintlich erfolgreich sie sind. Sie posten dreimal täglich auf Facebook, drehen ein Video nach dem anderen, veranstalten Online-Kongresse, Challenges und Blog-Paraden am Fließband und die neuen Podcast-Folgen ploppen nur so aus dem Äther.
Andererseits kannst du sehr leicht, einfach und kostenlos verschiedenen Business Mentoren oder Coaches folgen und dich von ihnen motivieren und inspirieren lassen. Jeder von ihnen versorgt dich mit Breakthrough-Strategien, Must-Do-Techniken und dem ultimativen Geheimtipp, wie du in XY Zeit soundsoviel neue Kunden gewinnst und Umsatz machst.
Mal ehrlich: wieviele solcher Newsletter und Facebook-Seiten hast du abonniert?

Ertappt?

Keine Sorge, wir sitzen alle im gleichen Boot.

Im Endeffekt ist es völlig egal, an welchem Punkt deiner Selbstständigkeit du gerade bist.

Die Gefahr, in den Strudel des Vergleichens und des Aktionismus zu verfallen besteht bei uns allen. Auch ich ertappe mich immer wieder dabei und muss mich dann ganz bewusst wieder raus ziehen.

Das Problem an der Sache ist folgendes:
Wenn du dich überfordert und gestresst fühlst, bleibt eines vollkommen auf der Strecke: die Freude an deinem Business. Denn du machst dich ja (vermutlich) gerade deshalb selbstständig, damit du tun kannst, was du liebst und andere Menschen damit inspirierst und unterstützt.
Und ohne Freude keine Motivation und auch keine Kunden. Geld folgt der Freude – und nicht dem Kampf.

Was also kannst du tun?

Im Folgenden gebe ich dir ein paar Möglichkeiten, um mehr Leichtigkeit in die Herausforderung einer Selbstständigkeit zu bringen

Aussteigen

Mach‘ dir klar, dass Gedanken wie „Ich müsste schneller sein“, „Ich sollte schon längst XY getan haben“ oder „Ich brauche unbedingt ABC, sonst funktioniert es nicht“ dich keinen Millimeter weiter bringen. Im Gegenteil: sie blockieren dich oder versetzen dich in blinden (ineffektiven) Aktionismus und sind somit extrem kontraproduktiv.

Was, wenn es völlig ok wäre, nicht innerhalb des ersten, zweiten oder dritten Jahres einen sechstelligen Umsatz zu erwirtschaften?
Was, wenn es absolut ausreichend wäre, einen Schritt nach dem anderen zu tun?
Was, wenn du die Erlaubnis hättest, dein Business organisch wachsen zu lassen?

Spür mal in deinen Körper rein: wie reagiert er, wenn du diese Fragen liest? Mit Entspannung?
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Meine Erfahrung: Steig‘ aus dem Hamsterrad anderer Menschen Ziele aus und lass dein Business organisch wachsen.
Schneller Erfolg ist auf den ersten Blick schön, aber die Kehrseite holt dich sehr schnell ein, wenn du ihm nicht standhalten kannst. Mein Business ist in den letzten zwei Jahren verhältnismäßig schnell gewachsen (nachdem ich zuvor drei Jahre lang ziemlich rumgedümpelt bin). Das brachte so einige Herausforderungen mit sich: ich musste lernen, Mitarbeiter und Freelancer zu führen, musste mich mit komplizierten internationalen Umsatzsteuer-Thematiken beschäftigen und Einkommenssteuer-Nachzahlungen handeln. Die zu anstehenden Entscheidungen betreffen jetzt viel größere Investitionen als früher, die Menge an Emails und Facebook Nachrichten hat enorm zugenommen und ich darf mich daran gewöhnen, morgens völlig ungestylt im Schlafanzug bei meinen Eltern auf der Terrasse sitzend schon von weitem als „Die Möglichkeitsmachern“ erkannt und angesprochen zu werden.
Ich habe das alles ganz gut hinbekommen (finde ich), aber nur, weil ich inzwischen persönlich enorm gereift bin (nicht zuletzt durch die „zähen“ Jahre!) und zunächst ein sehr stabiles Fundament für mein Business gelegt habe.

Erlaube dir, Schritt für Schritt zu gehen, unperfekt zu sein, aus Fehlern zu lernen und dein Business als eine Kreation zu betrachten, die von ganz alleine wächst und gedeiht, wenn du sie einfach regelmäßig in kleinen (!) Portionen fütterst.

Abschalten

Facebook & Co bieten tolle Möglichkeiten, sich zu informieren und zu vernetzen. Ich persönlich bewege mich gerne dort und sehe enorme Vorteile in diesen Social Media Plattformen – wenn man sie richtig nutzt! Und das tut am Anfang kaum jemand.
Besonders, wenn du ein feinfühliger Mensch bist und sehr viel wahrnimmst, bekommst du in solchen Netzwerken nicht nur wertvolle Informationen, sondern auch einen bunten Cocktail an Emotionen und Energien anderer Menschen. Dort tummeln sich eben unter anderem auch sehr viele Menschen, die unzufrieden und auf der Suche sind oder sich überfordert fühlen. Und genau diese Ladungen bekommst du auch mit ab, wenn du dich mit ihnen vernetzt. Besonders stark ist dieser Effekt in Facebook Gruppen. Das nächste Mal, wenn du dich bei Facebook ausloggst, halte mal einen Moment inne und nimm wahr, wie du dich fühlst. Leicht und inspiriert oder eng und getrieben?

Mein Tipp: Halte deine Besuche auf Facebook kurz und schalte ganz bewusst wieder ab.
Mache dir klar, dass du dort eben auch subtile Energien und Informationen mitnimmst und schicke sie gegebenenfalls beim Ausloggen zurück an die Absender. Diese Übung kann dir auch dabei helfen, dich wieder frei zu machen und zu dir zurück zu finden.

Auftanken

Kürzlich sagte eine Freundin, die gerade am Anfang ihrer Selbstständigkeit steht zu mir: „Oh man, meine To-Do-Liste ist so lang, ich weiß gar nicht, wann ich das alles schaffen soll!“. Ich antwortete: „Meine auch. Schon seit Jahren. Ich habe mich daran gewöhnt und versuche nicht mehr, sie leer zu bekommen, denn das passiert eh nie.“
Ich habe gelernt, dass es nullkommanull Sinn macht zu versuchen, alle Aufgaben zu erledigen, damit man endlich „fertig“ ist. Du bist nie fertig! Sobald du ein paar Dinge abgearbeitet hast, kommen neue hinterher. Hast du das schon mal bemerkt?
Wie sinnvoll ist es dann, Hobbies, Freizeit und Erholung aufzuschieben auf dann, „wenn alles erledigt ist“?
Im Moment gehe ich zweimal pro Woche Skifahren, zusätzlich 2-3 mal pro Woche zum Pilates und Klettern, treffe mich meist einmal wöchentlich für mehrere Stunden mit einer Freundin zur Körperarbeit, telefoniere mehrmals für längere Zeit mit Freundinnen oder meinen Eltern und verbringe viel Zeit damit, mich von Büchern und Videos inspirieren zu lassen. Außerdem nehme ich mir eine Woche pro Monat komplett frei. Trotz eines brummenden Coaching Business und einer prallen To-Do Liste.

Mein Rat: Erlaube dir, dir viel Zeit zu nehmen für das, was dir gut tut.
Auftanken ist enorm wichtig. Ich kann nur auf so hohem Level Leistung bringen und in meiner Arbeit zu 100% präsent sein, weil ich mir sehr viel Freizeit gönne. Nach einem Tag am Berg habe ich so viel Energie getankt, dass ich Bäume ausreißen könnte (und das im übertragenen Sinne auch tue :-D). Ja, eine Selbstständigkeit aufzubauen ist mit enorm viel Einsatz und Aufwand verbunden. Umso wichtiger ist es, dass du sehr gut für dich sorgst!

Fazit:

Geh‘ deinen ganz eigenen Weg und mach‘ dein Ding. Lass dich von anderen inspirieren, solange es dir gut tut und schalte ab, wenn es dir zuviel wird. Komme immer und immer wieder zu dir selbst zurück. Mir persönlich helfen dabei Rituale wie morgendliches Sitzen.
Michael Neill, ein sehr erfolgreicher Transformations- und Businesscoach sagt: „There is always less to do than we think“ (es gibt immer weniger zu tun als wir denken). Und er hat so recht damit. Erlaube dir, weniger zu tun und mehr zu sein. Das macht es viel leichter und lässt dich deine Freude wieder spüren :-).

Übrigens, die Klientin, die ich eingangs erwähnt hatte habe ich schließlich gefragt, wieviel sie denn pro Woche gerne an ihrem Business arbeiten würde, wieviel ihr Spaß machen würde. Ihre Antwort waren fünf Stunden. Außerdem hat sie mir erzählt, dass sie sehr gut in 20 Minuten Intervallen arbeitet. Solange kann sie gut an einer Sache dran bleiben. Ich habe ihr die Erlaubnis gegeben, tatsächlich nur diese fünf Stunden pro Woche an ihrem Business zu arbeiten und wir haben gemeinsam verschiedene kurze Zeitfenster dafür festgelegt. Sie war mega erleichtert und wir konnten uns den konkreten nächsten Schritten widmen.

Wie leicht darf es für dich sein?

Alles Liebe,
deine Carolin

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