Wieviel und welches Marketing brauchst du wirklich?

„Ich kenne niemanden, der so viel Leichtigkeit mit seinem Business hat wie du!“. Dieses Feedback gab mir meine Mentorin Shailia Stephens kürzlich zum Abschluss der ersten Runde unserer Zusammenarbeit.
Auch von anderen Menschen bekomme ich immer wieder die Rückmeldung, dass bei mir alles so leicht aussehen und laufen würde. Sie verstehen gar nicht, wie das möglich ist – selbstständig zu sein ist doch anstrengend und mühsam… Hm. Bei mir nicht.

Der Punkt, der für die meisten Menschen im Business Aufbau am schwierigsten und damit kraftraubendsten ist, ist die Gewinnung neuer Kunden – also das Marketing. Ganz am Anfang denken viele, sie bräuchten einfach eine Webseite und dann würde das alles schon laufen. Wenn der eigene Internetauftritt schließlich steht, wird schnell klar, dass eine schicke Webseite erstmal gar nichts bringt, wenn sie keine Besucher hat.

Und hier beginnt der Stress: der Kampf um die Kunden.

Und der Vergleich mit anderen.
Wenn du dich auf den Social Media Plattformen umschaust, wirst du schier erschlagen vom Aktionismus all der ambitionierten Business-Ladies & Gentlemen: Challenges, Webinare, Live-Videos, Online-Kongresse, Bootcamps, Podcast-Interviews, Blog-Paraden (wobei die zum Glück wieder out zu sein scheinen…) – und natürlich gaaaaanz viel Video-Content. Denn Video ist die neue Allzweckwaffe!

In dir steigt Panik auf und du sagst gedanklich schon sämtliche privaten Verabredungen für die nächsten Wochen ab, um den Marketing-Turbo zu zünden.

Doch braucht es diesen Aktionismus wirklich?
Oder ist er sogar kontraproduktiv?

Meine Antworten auf diese Fragen sind klar:
Der Marketing-Übereifer ist unnötig und sogar schädlich. Und jetzt erkläre ich dir, wie ich zu dieser Aussage komme und wie meine persönliche Lösung aussieht (die offensichtlich sehr gut funktioniert).

#1 Kunden sind Menschen. Und Menschen sind nicht blöd.

Viele Leute sind zwar auf Schnäppchen und Gratis-Angebote aus, aber sie haben auch ein sehr feines Gespür dafür, wenn ein Hintergedanke im Spiel ist. Oft werden im Marketing technische Begriffe benutzt wie Verkaufs-Trichter oder Lead-Magnet und man verwendet Launch-Strategien und Kunden-Avatare.
Dabei wird oft übersehen, dass (potentielle) Kunden in erster Linie Menschen sind. Und keiner von uns will als anonymer Goldesel betrachtet und behandelt werden. Menschen sehnen sich danach, gesehen, verstanden und gewertschätzt zu werden. Das setzt voraus, dass du als Anbieter wirklich in Kontakt gehst mit deinen potentiellen Kunden.
Viel zu oft sehe ich, dass Menschen zur Massenware degradiert werden. Da wird Strategie XY gefahren, Werbung geschalten und mit möglichst hohen Teilnehmerzahlen geworben. Und dann wundern sich die Leute, warum trotzdem niemand kauft. Ganz einfach: weil sie die Menschen als Ware betrachten.

Wenn du etwas verkaufen möchtest, ist es essentiell, eine ehrliche und gegenseitige Verbindung zu deinen Kunden aufzubauen. Du musst daran interessiert sein, sie wirklich zu verstehen und ihnen wirklich helfen zu wollen. Wenn das nicht der Fall ist, lass es lieber bleiben. Die Leute spüren, ob du es ernst meinst.

Hinzu kommt, dass Menschen sehr verschieden sind und sich entsprechend unterschiedlich verhalten. Deshalb kann es gut sein, dass eine Marketing-Strategie, die bei jemand anderem super funktioniert hat, bei deinen Leuten gar nicht läuft. Denn jeder von uns zieht durch seine Art und seine Persönlichkeit unterschiedliche Menschen an. Ich selbst habe das in den letzten Jahren in meinem Business oft erlebt: immer wieder habe ich Dinge ausprobiert, die bei Kollegen super funktioniert haben – und bei mir mäßig bis gar nicht. Weil meine Kunden anders sind (gell?! ;-)).
Es bleibt dir also gar nichts anderes übrig, als auszuprobieren und herauszufinden, welche Art des Marketings und Verkaufens dein „Tribe“ honoriert.

#2 Du bist keine Maschine. Gehe in deinem eigenen Tempo.

Ja, wir sind alle ungeduldig. Und ja, wenn du gerade voll motiviert bist, möchtest du Vollgas geben. Vielleicht stehst du auch finanziell unter Druck und brauchst schnell Kunden. Das ist völlig ok.
Aber bitte vergiss nicht: ein Business aufzubauen ist ein Marathon – kein Sprint. Bei einigen, zum Teil auch sehr erfolgreichen Unternehmern sehe ich, wie sie sich mit all ihren Aktionen völlig verausgaben. Von manchen weiß ich auch, dass es ihnen im Hintergrund gar nicht gut geht, dass sie im größten Launch des Jahres über Wochen krank sind und ähnliches.
Damit will ich nicht sagen, dass es nicht Zeiten geben kann und soll, wo es mal viel zu tun gibt und das Business mehr Raum einnimmt als sonst. Du solltest aber immer daran denken, dass dein Unternehmen über Jahre hinweg wächst und sich entwickelt – nicht über Nacht. Dir ist nicht damit geholfen, ein paar Monate auf Hochtouren zu laufen, tausend Dinge gleichzeitig zu tun und vielleicht sogar guten Umsatz damit zu machen, wenn du anschließend völlig ausgebrannt bist.

Mein Tipp: gib dir und deinem Business Zeit und Raum, ganz in Ruhe und organisch zu wachsen. Du hast kein Wettrennen zu gewinnen. Du musst nicht innerhalb eines Jahres eine magische Grenze durchbrechen (die dann auf einmal gar nicht mehr so magisch ist) oder von Jahr zu Jahr deinen Umsatz verdoppeln oder verdreifachen. Und wenn du siehst, dass andere viel mehr tun als du und du das Gefühl hast, sie würden dir auf und davon ziehen: erinnere dich daran, dass du noch sehr viel Zeit hast, heimlich, still und leise das Feld von hinten aufzurollen ;-).

#3 Energie ist alles. Einstellung auch.

Die Erfahrung aus inzwischen fünf Jahren Selbstständigkeit hat mich gelehrt, dass weniger meistens mehr ist. Weniger tun – dafür das, was man tut mit der richtigen Einstellung und good Vibes.
Eigentlich hatte ich geplant, diesen Sommer ein Business Mentoring Programm anzubieten. Darauf hatte ich Anfang des Jahres voll Bock, aber es wäre auch eine Menge Arbeit gewesen. Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich mir diesen Stress nicht machen will. Also habe ich entschieden, diesen Online-Kurs auf’s nächste Jahr zu verschieben und meine Kunden vorerst weiterhin im 1:1 beim Biz Aufbau zu unterstützen.
Diese Entscheidung hat mir die Freiheit gegeben, innerhalb er letzten 6 Wochen eine mega inspirierende Workation, zwei tolle Urlaube und ein fantastisches Seminar zu erleben – und zwar völlig entspannt. Und diese Leichtigkeit und Entspannung spürt auch mein Business, es läuft quasi von selbst.

Jetzt sind wir wieder bei den Menschen: sie spüren, ob du mit Druck und Anspannung deinen Zielzahlen hinterher hechelst oder dein Business einfach selbstverständlicher Teil deines ausgeglichenen und erfüllten Lebens ist. Was meinst du wohl, ist attraktiver?

Fazit:

Wenn du gleichzeitig Spaß und Erfolg mit deinem Business haben möchtest, beherzige folgende Punkte:

  • Lebe ein Leben, das dich erfüllt – in allen Bereichen. Dein Business ist nur ein Teil davon. Sorge dafür, dass es dir insgesamt gut geht und deine Prioritäten richtig gesetzt sind.
  • Lass dich nicht in Konkurrenzdenken und Vergleiche verwickeln. Dreh‘ die Lautstärke all der Marketing-Gurus leiser und konzentrier‘ dich auf dich und das, was sich für dich gut anfühlt.
  • Anstatt Ängsten und Zweifeln deine Energie zu geben, richte deine Aufmerksamkeit auf das, was du erreichen möchtest. Insgesamt in deinem Leben.
  • Stelle Fragen wie:
    „Wie kann ich heute der größtmögliche Beitrag für meine Kunden sein?“
    „Welcher konkrete nächste Schritt würde mich und mein Business jetzt wirklich voran bringen?“
    „Was kann ich jetzt tun, um neue Kunden zu gewinnen?“
    Welche Energie, Raum und Bewusstsein können ich und mein Körper sein, um mit totaler Leichtigkeit möglichst viel Spaß und Erfolg mit meinem Business zu haben?“

Sehr hilfreich finde ich in diesem Zusammenhang übrigens auch diese Übung von Tim Ferris (auf Englisch).

Und zu guter Letzt noch was zum Nachdenken:

Hast du dich schon jemals gefragt, warum du ein eigenes Unternehmen hast oder aufbauen möchtest? Was ist dein Ziel damit?

Darauf gibt es keine richtige oder falsche Antwort – jeder von uns hat seine eigene.

(Viel) Geld damit zu verdienen ist sicherlich eine wichtige Motivation. Seit ich mit meinem Business allerdings aus den Anfangsjahren raus bin, den Überlebenskampf hinter mir gelassen und ein komfortables Einkommensniveau erreicht habe, sind mir einige Dinge sehr bewusst geworden:

Für mich geht es mit meinem Unternehmen nicht in erster Linie um Wachstum und Umsatzsteigerung. Das Möglichkeiten-Business ist für mich eine riesige Spielwiese, die es mir erlaubt, mich Stück für Stück mehr zu entfalten und damit auch noch anderen Menschen ein Beitrag zu sein. In diesem Prozess geht es für mich vor allem darum, meine Kreativität ausleben zu können und ein anderes Bewusstsein in die Welt zu bringen. Dabei probiere ich mit meinem Team seeeehr viel aus. Es vergeht kaum eine Woche, in der nicht wieder eine neue Idee in die Tat umgesetzt wird. Manches davon funktioniert, manches nicht, einiges geht so lala und ab und an landen wir einen richtigen Volltreffer. Aber wir bewerten all das nicht, wir spielen einfach und genießen es enorm, diese Möglichkeit zu haben. Ich könnte wahrscheinlich einen noch viel höheren Umsatz machen, wenn ich konsequenteres, strukturierteres und beharrlicheres Marketing machen würde. Aber das macht mir keinen Spaß, also lasse ich es bleiben.

Selbstständigkeit ist Selbstverwirklichung und die dauert ein Leben lang an.

Ein eigenes Business zu haben ist eine fantastische Gelegenheit um sich selbst kennenzulernen, zu entfalten, zu wachsen und auszuprobieren. Wie oft bist du dankbar dafür, diese Möglichkeit zu haben?

 

Wie kann alles noch leichter gehen?
Wie kannst du noch mehr Menschen erreichen und inspirieren?
Welche wunderbaren Möglichkeiten gibt es noch, die du noch gar nicht in Betracht gezogen hast?

Wie kannst du noch viel mehr Spaß, Inspiration und Erfüllung in deinem Leben haben?
(das sind jedenfalls Fragen, die ich mir permanent stelle ;-))

 

Es darf leicht gehen, viel Spaß machen und dir gleichzeitig ein tolles Einkommen generieren! Entwickle deine ganz eigene Art, Business zu machen und Kunden zu gewinnen. Es ist deine Spielwiese, nutze sie! 😉

 

Alles Liebe,
Carolin

authentisch-selbstbewusst-schmal

7 comments

  • Sabine

    Liebe Carolin,
    mal wieder ein toller Artikel. Ich kann das nur bestätigen, vor allem in der Gründungs- und Aufbauphase rödelt man wie doof und so gehts: Wasmuss ich als nextes tun, was steht an, oh die Texte, oh noch dies oh noch das ohje usw… Ganz oft, das merke ich auch immer wieder, verliert sich der Blick auf die Ganzheit total. Das das Business ja auch nur ein Teil meines Lebens sein wird und mich bei dem Genuss des ganzen Lebens unterstützt und auch Freiheit, Freude … bringen soll.

    Ja die Frage:
    Was treibt mich eigentlich an weshalb ich gerne so ein Business hätte ?
    geht dann immer wieder total unter.

    Gerade wenn man alles gut, perfekt usw.. machen will… endlich raus aus dem Brotjob und dem “ALTEN”, dann gerät man besonders in Gefahr nur noch zu rödeln.

    Die Neugier, der Zauber des Anfangs, rücken dann massiv, bis kaum spürbar in den Hintergrund.

    Oh wie ich das kenne. !! Daher danke für das Erinner-Mich… und ich hoffe das es mir dann auch einfällt wenn ich wieder im Galopp durch meinen Businessaufbau sprinte.

    • Carolin

      … ich werde dich bei Gelegenheit daran erinnern, liebe Sabine!!
      Und du bist auf einem seeehr guten Weg! Just keep going… 😉
      Ganz liebe Grüße,
      Carolin

  • Ah, man kann nun doch wieder kommentieren 🙂 Bei Video als neuer Allzweckwaffe hattest du mich voll, ich bin eine jener, die kaum Videos schaut und die erschlagen ist von Podcasts, Online-Konferenzen & Co. All das ist gut und superinteressant, keine Frage, aber es scheint mir, ob es nicht zwischenzeitlich dem Zudröhnen durch TV vergleichbar ist. Ohne scheint es auch schwer zu gehen, ich glaube nicht nur in mir breitet sich bezüglich Online Marketing langsam, aber sicher Ratlosigkeit aus.
    Ich fühle eine Transformation in der aktuellen Zeit, die prüft, wie sehr wir Fokus halten können, wie sehr wir Spreu von Weizen trennen können und wollen, um den Kopf frei zu haben für unser eigenes Ding. lg Riccarda

    • Carolin

      Ja! 🙂
      Mir geht es sehr ähnlich – und es geht auch anders! Lass uns neue, kreative und spannende Wege finden, Riccarda!
      Deine Wahrnehmung von der Herausforderung Fokus halten teile ich absolut. Du machst das super! 🙂
      Ganz liebe Grüße,
      Carolin

  • Danke liebe Carolin für diesen Artikel.
    Das ist genau gerade meine Herausforderung, was mich im Aussen oft abschreckt und mir klar macht ich möchte meinen Weg, der für mich stimmig ist und für meine Kunden. Liebevoll, authentisch und sanft. Liebe grüße
    Susanne

    • Carolin

      … den gehst du eh schon, liebe Susanne! Einfach weiter gehen… 😉
      Ganz liebe Grüße!
      Carolin

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